Die Raketen, mit denen zwei ukrainische Kampfflugzeuge abgeschossen wurden, sind nach Angaben der Regierung in Kiew von russischem Territorium aus gestartet worden. Die Raketen seien "nach vorläufigen Informationen von russischem Territorium aus abgeschossen worden", sagte Andrei Lysenko, Sprecher des ukrainischen Sicherheitsrates.

Die ukrainische Regierung habe zudem Erkenntnisse, wonach die Raketen aus einem "sehr leistungsstarkem Luftabwehrsystem" gefeuert worden seien, das die Separatisten im Osten des Landes nicht besitzen, sagte Lysenko weiter.

Zuvor hatte das Verteidigungsministerium noch mitgeteilt, dass zwei Maschinen vom Typ Suchoi-25 gegen 13.30 Uhr über der Gegend Sawur Moglia von Separatisten abgeschossen worden seien. Die Aufständischen hatten den Abschuss ebenfalls gemeldet. Ein von den Separatisten verbreitetes Video soll eine der Absturzstellen zeigen.

Die Kampfflieger vom Typ Su-25 seien in einer Höhe von 5.200 Metern unterwegs gewesen, teilte das Verteidigungsministerium in Kiew mit. Die Piloten der Kampfjets konnten sich nach Angaben von Militärsprecher Wladislaw Selesnow mit dem Schleudersitz retten.

Ukraines Präsident Petro Poroschenko hatte zuvor ein Gesetz zur Teilmobilmachung der Bevölkerung unterzeichnet. Somit können Männer im wehrdienstfähigen Alter sowie Reservisten massenhaft einberufen werden. Den Schritt begründete Poroschenko damit, dass er die nationale Unabhängigkeit der Ukraine sichern wolle.

Die Separatisten sagten unterdessen, dass am Absturzort der malaysischen Passagiermaschine MH17 noch mehr als zehn Leichen liegen würden. Australiens Ministerpräsident Tony Abbott sagte, dass unklar sei, wie viele Leichen bereits geborgen seien. Die Bergung sei bisher unprofessionell verlaufen. Ein Forensikerteam müsse die Unglücksstelle untersuchen, forderte Abbott.