Texas schickt bis zu 1.000 Nationalgardisten an die Grenze zu Mexiko, um den Zustrom Zehntausender unbegleiteter Kinder aus Mittelamerika einzudämmen. Der US-Staat habe nach "Lippenbekenntnissen und leeren Versprechungen" aus Washington eine Pflicht zum Handeln, sagte Gouverneur Rick Perry.

Den Einsatz der Nationalgarde begründete er damit, dass Kriminelle die Massenflucht minderjähriger Migranten inzwischen für Menschen- und Drogenhandel ausnützten. "Ich werde nicht untätig zusehen, wie unsere Bürger attackiert und kleine Kinder aus Zentralamerika im Elend verhaftet werden", sagte Perry. Der republikanische Gouverneur hat die Reaktion der US-Regierung auf die Krise an der Grenze zuletzt scharf kritisiert.  

Doch an den Plänen Perrys regt sich Widerstand: Demokraten und einige Sherriffs im US-Staat betrachten die Mobilisierung der Nationalgarde als undurchdachte Militarisierung. Ihre Entsendung dürfte Texas zudem zwölf Millionen Dollar im Monat kosten. Der Generaladjutant von Texas, John Nichols, wiegelte jedoch ab. Die Nationalgardisten würden nur Migranten "anzeigen und abschrecken" und niemanden verhaften. Allerdings könne die Nationalgarde im Notfall Menschen in Gewahrsam nehmen, fügte er hinzu. Derzeit sind in der betroffenen Region bereits mehr als 3.000 Beamte des US-Grenzschutzes im Einsatz.

Täglich kommen etwa 250 Kinder ohne Eltern oder Verwandte illegal über die Grenze. Seit Oktober haben US-Grenzbeamte bereits 52.000 Minderjährige ohne Begleitung von Verwandten aufgegriffen. Meist sind es Teenager, aber es sind auch Fünfjährige darunter. US-Präsident Barack Obama sprach von einer "humanitären Notsituation".