Die EU erweitert ihre Sanktionsliste. Die Botschafter der 28 EU-Staaten beschlossen vorläufig eine Liste mit acht Personen und drei Unternehmen, gegen die Einreiseverbote und Kontensperrungen verhängt werden. Die betroffenen Personen gehören nach Angaben von Diplomaten zu dem engsten Kreis des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Betroffen seien "Personen und Einheiten, die das Vorgehen russischer Entscheidungsträger in der Ukraine unterstützen oder davon profitieren", sagte ein EU-Vertreter in Brüssel. Bekannt gegeben werden sollen die Namen erst nach einem endgültigen Beschluss am Dienstag oder Mittwoch. 

Bisher werden 87 Personen sowie 18 Organisationen und Unternehmen im Zusammenhang mit dem Ukraine-Konflikt sanktioniert. Die persönlichen Sanktionen trafen allerdings bisher die politische Ebene, Geschäftsleute aus Putins Umfeld waren noch nicht darunter.

Zugleich hätten sich die Botschafter darauf geeinigt, russischen Banken den Zugang zum europäischen Kapitalmarkt zu erschweren. Waffenexporte an Russland würden verboten. Außerdem solle es ein Handels- und Investitionsverbot für die Halbinsel Krim geben, sagten Diplomaten. Die ukrainische Halbinsel Krim ist von Russland Mitte März annektiert worden. Das Verbot beträfe Investitionen sowie den Export von Ausrüstung für die Infrastruktur und die Bereiche Telekommunikation, Energie, Öl und Gas.

Zudem haben US-Präsident Barack Obama und Bundeskanzlerin Angela Merkel telefonisch über die Ukraine-Krise beraten. An dem Telefonat nahmen auch der französische Präsident François Hollande, der britische Premierminister David Cameron und der italienische Ministerpräsident Matteo Renzi teil. Sie seien sich einig gewesen, dass Russland durch Sanktionen gedrängt werden soll, die Ukraine nicht weiter zu destabilisieren und einen diplomatischen Weg aus der Krise einzuschlagen, teilte Vizeregierungssprecherin Christiane Wirtz in Berlin mit.

Auch Polen und Großbritannien fordern Sanktionen und die Bestrafung der Verantwortlichen für den Absturz der malaysischen Passagiermaschine MH17. "Wir sind der Ansicht, dass Sanktionen verhängt werden sollten gegen diejenigen, die Russische Föderation, die den sogenannten Separatisten moderne Waffen lieferten und leider immer noch liefern", sagte der polnische Außenminister Radosław Sikorski nach einem Treffen mit seinem britischen Kollegen Philip Hammond in Warschau.

Die Sanktionen würden gegen Russland ausgesprochen, da Russland weiterhin Waffen und Ausrüstung an die Rebellen in der Ostukraine liefere und das Eindringen von Kämpfern aus Russland nicht unterbinde. Einigkeit habe auch darüber geherrscht, dass internationalen Experten ungehinderter Zugang zur Absturzstelle des malaysischen Verkehrsflugzeugs gewährt werden müsse.