Bewaffnete haben an den Golanhöhen nach Angaben der Vereinten Nationen 43 UN-Blauhelmsoldaten in ihre Gewalt gebracht. Sie griffen im Süden Syriens nahe der Stadt Kuneitra zu. Weitere 81 Blauhelme seien eingeschlossen, teilten die UN mit.

Die Soldaten gehören zur Beobachtertruppe für die Entflechtung der Truppen (Undof) in dem von Israel besetzten syrischen Grenzgebiet. Man bemühe sich, sie freizubekommen, hieß es.  

Laut dem arabischen Nachrichtensender al-Dschasira waren es Kämpfer der islamistischen al-Nusra-Front, die die Soldaten verschleppten. 

Al-Nusra gehört zu den Gegnern des syrischen Regimes und ist ein Ableger von Al-Kaida. In der Gegend hatte es laut UN zuletzt Kämpfe zwischen bewaffneten Gruppen und der syrischen Armee gegeben. Die syrische Luftwaffe bombardierte am Donnerstag Stellungen von Gegnern in der Region.

Syrische Regimegegner von der al Nusra hatten am Mittwoch in Quneitra den Übergang zu den von Israel besetzten Golanhöhen eingenommen. Die UN-Mission beobachtet dort den Waffenstillstand zwischen Israel und Syrien. 

Im März vergangenen Jahres waren schon einmal 21 Blauhelme von syrischen Rebellen in der Nähe der Golanhöhen entführt und später freigelassen worden.

Zu der Undof-Mission gehören Soldaten aus den Niederlanden, Irland, Nepal, Indien, den Philippinen und den Fidschi-Inseln. Neben 1.250 Soldaten gehören dazu 78 Militärbeobachter, 46 internationale und 97 einheimische Mitarbeiter.

Seit dem Beginn der Mission waren insgesamt zwölf Nationen beteiligt, deren Engagement geplant auslief. Österreich hatte seine Soldaten 2013 unter internationaler Kritik zurückgezogen.