Ein italienischer Fotoreporter und ein palästinensischer Journalist sind bei der Explosion eines israelischen Blindgängers im Gazastreifen gestorben. Insgesamt kamen sechs Menschen ums Leben, teilte der Sprecher des Gesundheitsministeriums in Gaza, Aschraf Al-Kidra, mit. Der Unfall ereignete sich in Beit Lahia im Norden des Küstengebiets.

Das Geschoss war den Angaben zufolge von der israelischen Armee bereits vor Inkrafttreten einer Waffenruhe vor einigen Tagen abgefeuert worden, aber beim Aufprall nicht detoniert.

Ein Sprecher des Innenministeriums teilte mit, Sprengstoffexperten der Polizei hätten versucht, die israelische Rakete aus einem dicht bewohnten Viertel in ein offenes Gebiet zu transportierten. Dort sollte sie kontrolliert gesprengt werden. Das Geschoss sei jedoch plötzlich explodiert. Dabei sei auch der Kommandeur der Polizeieinheit ums Leben gekommen. 

Mehrere Menschen wurden zudem bei der Explosion verletzt, einige von ihnen schwer. Derzeit besteht eine dreitägige Feuerpause im Gaza-Konflikt, die in der Nacht zum Donnerstag abläuft. In Kairo wird über eine dauerhafte Waffenruhe verhandelt.

Anzeichen für einen Durchbruch bei den indirekten Gesprächen gibt es bislang nicht. Aus der palästinensischen Botschaft verlautete lediglich, die Beratungen würden fortgesetzt, und die palästinensische Delegation spreche weiter mit den ägyptischen Vermittlern. Israel und die Palästinenser verhandeln nicht direkt miteinander, weil die israelische Führung die radikalislamische Hamas, die im Gazastreifen regiert, als Terrororganisation einstuft und ihr direkte Gespräche verweigert.