Militante Islamisten sollen auf der Sinai-Halbinsel vier Ägypter wegen Spionage für Israel enthauptet haben. Ein entsprechendes Video habe die Terrorgruppe Ansar Beit al-Makdis im Internet veröffentlicht, berichtete die ägyptische Nachrichtenseite Al-Masry al-Youm. Die Extremisten haben den Männern offenbar vorgeworfen, für den israelischen Geheimdienst Mossad spioniert zu haben. Die Männer sollen Informationen für einen israelischen Drohnenangriff geliefert haben, bei dem drei Extremisten getötet worden waren.

In dem Video geben die vier Ägypter zu, für Mossad spioniert zu haben. Im Anschluss werden die enthaupteten Leichen der Männer gezeigt. Die Aufnahmen erinnern an Videos von Enthauptungen durch die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien und im Irak. Wie im Fall des US-Journalisten James Foley knien auch hier die Opfer am Boden, hinter ihnen stehen militante Islamisten. Drei schwarze Fahnen in der Optik der IS-Flaggen wehen im Hintergrund.

Laut Al-Masry al-Youm soll es sich bei den vier getöteten Ägyptern um Angehörige zweier Stämme der Sinai-Halbinsel handeln. Die enthaupteten Leichen der Männer sind nach Angaben von Sicherheitsbeamten bereits vor mehreren Tagen unweit des Ortes Rafah an der Grenze zum Gazastreifen entdeckt worden.

In dem Video geben die Männer an, für Informationen an israelische Geheimdienstoffiziere bezahlt worden zu sein. 1.000 US-Dollar sollen sie für Berichte zur Sicherheitslage auf dem Sinai erhalten haben, sagt einer der Männer.

Seit dem Sturz des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi vor mehr als einem Jahr hat sich die Terrorgruppe Ansar Beit al-Makdis (auf Deutsch: Unterstützer Jerusalems) zu mehreren Anschlägen in Ägypten bekannt.