Nach erneuten Kämpfen zwischen Israel und der Hamas hat der UN-Sicherheitsrat die Konfliktparteien zu einer schnellen Wiederaufnahme der Verhandlungen aufgerufen. Dies sei nötig, um "eine nachhaltige und dauerhafte Waffenruhe zu erreichen", hieß es in einer einstimmig verabschiedeten Erklärung, die der britische UN-Botschafter Mark Lyall Grant verlas. Das höchste UN-Gremium sei tief besorgt über die Wiederaufnahme der Feindseligkeiten und neue zivile Opfer nach dem Bruch der Waffenruhe.

Israel hatte seine Luftangriffe im Gazastreifen wieder aufgenommen, nachdem eine bis zur Nacht auf Mittwoch befristete Feuerpause schon Stunden vorher durch Raketenangriffe aus dem Küstengebiet gebrochen worden war. Seitdem wurden nach Angaben der israelischen Armee mehr als 200 Raketen auf Israel abgefeuert. Die israelische Zeitung Haaretz meldete auch in der Nacht auf Donnerstag neue Gefechte.  

Der bewaffnete Arm der islamistischen Hamas drohte mit Angriffen auf den Flughafen in Tel Aviv. Internationalen Fluglinien sollten ab den frühen Morgenstunden am Donnerstag nicht mehr in Tel Aviv landen, sagte ein Sprecher der Essedin-al-Kassam-Brigaden in einer Fernsehansprache. Ende Juli hatten alle US- sowie die meisten europäischen Fluggesellschaften ihre Flüge von und nach Tel Aviv aus Sicherheitsgründen für mehrere Tage ausgesetzt, nachdem eine Rakete in der Nähe eingeschlagen war. Dies war von der Hamas als "großer Sieg" gefeiert worden.

Netanjahu kündigt Fortsetzung des Militäreinsatzes an

Wegen des Bruchs der jüngsten Waffenruhe zog Israel seine Delegation von den Verhandlungen in Kairo ab. Auch die meisten palästinensischen Delegierten verließen die ägyptische Hauptstadt am Mittwoch, darunter Chefunterhändler Assam al-Ahmed.

Der palästinensische UN-Botschafter Rijad Mansur sagte vor Journalisten im UN-Gebäude in New York, die Palästinenser seien bereit, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. "Wir wollen einen nachhaltigen ausgehandelten Frieden. Wir wollen das Sterben beenden. Wir wollen, dass die Gewalt endet", erklärte er. Dazu müsse Israel aber "seine Aggression beenden und einem Abkommen zustimmen". Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte zuvor bekräftigt, der israelische Militäreinsatz im Gazastreifen gehe weiter, solange die Sicherheit der israelischen Bürger nicht gewährleistet sei.