Großbritannien könnte schon bald Waffen an die kurdischen Kämpfer im Nordirak liefern. "Falls eine Anfrage der Kurden bei uns eintreffen würde, wäre dies etwas, was wir wohlwollend prüfen würden", sagte ein Sprecher von Premierminister David Cameron.

Hintergrund ist der Vormarsch der Dschihadistengruppe Islamischer Staat (IS) im Nordirak. Die USA und auch einige EU-Staaten beliefern die Kurden im Nordirak bereits mit Waffen oder haben dies angekündigt. Als erstes europäisches Land hatte zuvor Frankreich erklärt, die Kurden in ihrem Kampf gegen die Extremisten mit Waffen zu unterstützen. London hatte bereits eingewilligt, Militärausrüstung anderer Staaten zu den Kurden zu transportieren.

Auch in Deutschland wird über mögliche Waffenlieferungen debattiert. Die Bundesregierung schließt dies inzwischen nicht mehr aus. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) äußerte sich in einem Gespräch mit der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung zurückhaltend über solche Lieferungen, betonte aber gleichzeitig, es gebe bei Rüstungsexporten für die Regierung "immer einen politischen und rechtlichen Spielraum, und den werden wir, wenn nötig, ausschöpfen".

UN-Sicherheitsrat bereitet Resolution vor

Unterdessen hat sich der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen auf einen Resolutionsentwurf verständigt, der am Freitag abgestimmt werden soll. Darin werden die Angehörigen des Islamischen Staates (IS) aufgerufen, sofort alle terroristischen und gewaltsamen Aktionen einzustellen. Außerdem seien Sanktionen gegen die Rekrutierung ausländischer Kämpfer und gegen die Finanzierung des Terrorismus vorgesehen, teilte die Vertretung Großbritanniens bei den Vereinten Nationen mit.