Die im Irak und Syrien aktive sunnitische Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) hat nach eigener Darstellung einen US-Journalisten enthauptet. In einem am Dienstagabend im Internet veröffentlichten Video mit dem Titel Eine Botschaft an Amerika soll die Tat zu sehen sein.     

Bei dem Journalisten handele es sich um den vor knapp zwei Jahren in Syrien verschwundenen James Foley. Sollte die Aufnahme von den Geheimdiensten als echt eingestuft werden, wären die USA "entsetzt über den brutalen Mord an einem unschuldigen amerikanischen Journalisten", sagte die Sprecherin des nationalen Sicherheitsrats im Weißen Haus, Caitlin Hayden. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur AP bestätigten zwei US-Regierungsvertreter, dass es sich bei dem in dem Video gezeigten Mann um Foley handelt. Präsident Barack Obama werde dem Bericht zufolge voraussichtlich am Mittwoch eine Stellungnahme dazu abgeben.  

Unterdessen bestätigte Foleys Familie dessen Tod. Ihr Sohn habe "sein Leben bei dem Versuch gelassen, der Welt das Leid des syrischen Volkes näherzubringen", schrieb seine Mutter Diane Foley auf einer Facebook-Seite, auf der um Unterstützung für dessen Freilassung geworben wurde.

Islamisten drohen mit weiteren Toten

Foley arbeitete als freier Journalist unter anderem für die Nachrichtenagentur AFP. Er verschwand am 22. November 2012 im Norden Syriens. Die Terroristen gaben laut Washington Post an, Foley aus Vergeltung für die US-Luftschläge im Irak umgebracht zu haben. Sollte Washington seinen Militäreinsatz nicht stoppen, würden weitere Reporter sterben.  

Im Norden des Irak versuchen irakische Streitkräfte und Kurdenmilizen derzeit mit US-Luftunterstützung, die IS-Gruppe zurückzudrängen. Diese hat in den von ihr kontrollierten Gebieten ein Kalifat ausgerufen.