Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat für die Freilassung von James Foley mehrere Millionen Dollar Lösegeld gefordert. Das meldet die New York Times und beruft sich auf das familiäre Umfeld des getöteten US-Journalisten und einen früheren Mitgefangenen. Die USA habe sich aber geweigert, das Geld zu zahlen. 

Die Extremisten hatten ein Video veröffentlicht, das die Ermordung des seit 2012 in Syrien vermissten Reporters zeigt. Die Regierung in Washington bestätigte die Echtheit der Aufzeichnung.

Der IS droht damit, mindestens drei weitere Amerikaner zu töten. Das bestätigten laut New York Times ehemalige Gefangene, Familienangehörige und Personen, die an den Verhandlungen zur Freilassung beteiligt waren. Der nächste sei der Journalist Steven J. Sotloff, verkündeten die Terroristen. Der freie Mitarbeiter des Time Magazin wurde zusammen mit Foley gefangen gehalten. 

Neben den Amerikanern sind auch Briten in der Hand der Terroristen. Großbritannien weigert sich bisher ebenso wie die USA, Lösegeld für deren Freilassung zu zahlen. Andere europäische Länder hingegen sind zu Zahlungen für verschleppte Staatsangehörige bereit, etwa Frankreich und Spanien, die dadurch einige Gefangene befreien konnten. Nach Recherchen der britischen Times haben Terrorgruppen wie Al-Kaida in den vergangenen fünf Jahren mindestens 125 Millionen Dollar an Lösegeldern erpresst. Das sind etwa 95 Millionen Euro. Die Entführung von Europäern ist laut der New York Times eine Haupteinnahmequelle für die Terroristen.

IS fordert Gefangenenaustausch

Die IS-Terroristen fordern neben Geld den Austausch von Gefangenen, darunter die Freilassung von Aafia Siddiqui, einem pakistanischen Neurowissenschaftler, dem Verbindungen zu Al-Kaida nachgesagt werden. Er ist derzeit in Texas im Gefängnis.

Nach Kritik, die Regierung in Washington habe nicht genug getan, um Foley zu befreien, veröffentlichte das Weiße Haus am Mittwoch Details über eine geheime Rettungsaktion. Man habe versucht, den Journalisten und die anderen Gefangenen zu befreien, sei aber gescheitert.