Der ukrainische Außenminister Pawlo Klimkin hat die Nato und die Europäische Union um militärische Unterstützung im Kampf gegen prorussische Separatisten gebeten. "Wenn solche Hilfe kommt, dann wäre es für unsere Truppen leichter, vor Ort zu agieren", sagte Klimkin im Deutschlandfunk. Die Gefahr einer russischen Invasion sei allgegenwärtig. Fast täglich würden ukrainische Truppen von russischem Territorium aus beschossen. Zudem würden Söldner und Waffen von Russland aus ins Land gebracht.

Erst am Freitag hatte die ukrainische Regierung mitgeteilt, eine Kolonne russischer Schützenpanzer angegriffen zu haben, die die Grenze passiert habe. Die Erklärung weckte die Furcht einer direkten militärischen Auseinandersetzung zwischen den Nachbarn. Russland behauptete, es seien keine Militärfahrzeuge in die Ukraine vorgedrungen.

Klimkin forderte die Nato zu einem Strategiewechsel gegenüber der Ukraine auf. Sein Land benötige neben der Hilfe für die Streitkräfte auch mehr politische Unterstützung. Die Frage einer Nato-Mitgliedschaft stelle sich indes derzeit nicht, sagte Klimkin weiter. Dafür gebe es in der Ukraine derzeit keinen gesellschaftlichen Konsens.

"Das ist selbstverständlich kein Bürgerkrieg. Das ist aber auch kein Krieg – also im Moment – zwischen der Ukraine und Russland. Was wir haben, ist der Versuch von Russland, die ganze Ukraine zu destabilisieren, aber im Besonderen die Regionen Donezk und Luhansk – andere Regionen zu destabilisieren hat bisher nicht geklappt. Und in dem Sinne müssen wir einfach allen Menschen dort in Donezk und Luhansk ein normales Leben zurückgeben. Wir brauchen selbstverständlich mehr Autonomie, nicht nur in Donezk und in Luhansk, sondern auch in anderen Gebieten der Ukraine, auf politischer Ebene, aber auch besonders auf wirtschaftlicher Ebene. Diese Reform wird in nächster Zukunft realisiert werden"

Klimkin soll am Sonntag mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow in Berlin zusammenkommen. An dem Treffen nehmen auch Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier und sein französischer Kollege Laurent Fabius teil.