"US-Präsident Barack Obama schließt ein militärisches Eingreifen im Ukraine-Konflikt aus. Jedoch stellt er weitere Sanktionen gegen Russland in Aussicht. "Dieses anhaltende Eindringen in die Ukraine bringt weitere Kosten und Konsequenzen für Russland", erklärte Obama. "Russland soll eigene Soldaten mit schweren Waffen in die umkämpfte Ostukraine geschickt haben."

Bundeskanzlerin Angela Merkel ließ nach einem Telefonat mit Obama mitteilen, beide seien sich einig gewesen, "dass ein solches Verhalten nicht folgenlos bleiben dürfe". Sie bestätigte dem Präsidenten, dass sich der Europäische Rat mit der Situation befassen werde. Die Kanzlerin unterstrich, dass sich die Bundesregierung weiter für eine diplomatische Lösung einsetzen werde.

Trotz allen Warnungen des Westens "soll Russland mehr als 1.000 eigene Soldaten mit schweren Waffen in die umkämpfte Ostukraine geschickt haben". Man habe festgestellt, dass "große Mengen hochmoderner Waffen einschließlich Luftabwehrsystemen, Panzern und gepanzerten Fahrzeugen den Separatisten in der Ostukraine übergeben wurden", teilte ein Nato-General im belgischen Mons mit. Die Nato veröffentlichte Satellitenbilder, die ihre Einschätzung belegen sollen. Im russischen Grenzgebiet zur Ukraine seien schätzungsweise rund 20.000 Soldaten stationiert. "Das ist eine Invasionsarmee", so der Nato-Offizier.

In den ARD-Tagesthemen räumte ein prorussischer Separatist ein, dass russische Soldaten die Reihen der Rebellen verstärkten. Russlands Präsident Wladimir Putin wurde mit den Worten zitiert, wenn sich russische Soldaten in der Ukraine aufhielten, seien sie entweder im Urlaub oder hätten sich verfahren.

USA bezichtigen Russland der Lüge

Die USA und zahlreiche andere Mitglieder des UN-Sicherheitsrats kritisierten Russland bei einer kurzfristig einberufenen Sondersitzung des Gremiums. "Ernsthafte Verhandlungen werden dringend gebraucht, aber Russland muss aufhören zu lügen und diesen Konflikt weiter anzuheizen", sagte die US-Botschafterin Samantha Power bei den Vereinten Nationen.

Der stellvertretende UN-Generalsekretär Jeffrey Feltman, der zuvor die Ukraine besucht hatte, bezeichnete eine Entsendung von russischen Truppen in das Land als einen "direkten Verstoß gegen internationales Recht". Russland wies die Vorwürfe zurück und gab der Ukraine die Schuld an der jüngsten Eskalation der Krise.