Die ukrainische Armee hat bei Kämpfen um die von Separatisten kontrollierte Stadt Luhansk nach eigenen Angaben zwei russische Armeepanzer erobert. Ukrainische Soldaten hätten die Fahrzeuge der Luftlandedivision aus dem russischen Pskow in ihre Gewalt gebracht, sagte der ukrainische Armeesprecher Andrej Lyssenko. Russland dementierte die Angaben. "Unter den täglichen angeblichen Aufdeckungen russischer Präsenz in der Ukraine ist das jetzt schon das 1001. Beweisstück", sagte der russische Armeesprecher Igor Konaschenkow der amtlichen Nachrichtenagentur Itar-Tass.

Nach ukrainischen Angaben befanden sich in einem der Fahrzeuge Militärdokumente und ein Führerschein. Demnach gehörten die Panzer zur Einheit 74268 der ersten Fallschirmspringer-Kompanie der Luftlandedivision Pskow im Nordwesten Russlands. Diese an der Grenze zu Estland und Lettland stationierte Division war in der Vergangenheit in zahlreichen Konflikten im Einsatz. Im Februar hatte der Abgeordnete von Pskow, Lew Schlosberg, in seinem Blog geschrieben, die Division sei auf die später von Russland annektierte ukrainischen Halbinsel Krim entsendet worden.

Der ukrainische Journalist Roman Botschkala veröffentlichte auf Facebook Fotos, auf denen einer der Panzer mit abgekratzten Plaketten zu sehen ist, sowie Dokumente, darunter der Pass eines 20-jährigen russischen Soldaten. Auf Facebook findet sich nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP auch das zuletzt im Juli aktualisierte Profil eines gleichnamigen Soldaten mit demselben Geburtsdatum. Ein Foto soll ihn in der Uniform der russischen Fallschirmspringer zeigen.

Kiew wirft der russischen Regierung seit Bestehen des Konfliktes vor, die prorussischen Separatisten im Osten des Landes mit Kämpfern und militärischem Gerät zu unterstützen. Ein Separatistenführer hatte in der vergangenen Woche berichtet, Russland habe seine Truppen mit 30 Panzern und 1.200 in Russland ausgebildeten Kämpfern unterstützt. Russland hatte auch diese Angaben dementiert.