Seit fast einer Woche steckt der russisches Hilfskonvoi für die Ostukraine an der Grenze fest, nun kommen die Lastwagen ins Rollen. Am Nachmittag passierten die ersten der rund 280 Lastwagen die russische Seite des Grenzübergangs Donezk, wie ein Reuters-Augenzeuge berichtete.    

Zuvor hatten zwei Geländewagen des Roten Kreuzes die Grenze überquert, berichtete ein Reporter. Sie seien über den von Separatisten gehaltenen Grenzposten Iswaryne gefahren. Zwischen Russland und der Ukraine ist vereinbart, dass der Hilfskonvoi unter Beobachtung des Internationalen Komittees des Roten Kreuzes (IKRK) gestellt wird. Ankunftsziel des Konvois ist die umkämpfte Stadt Luhansk, in der die Bewohner seit fast zwei Wochen ohne Strom und Wasser sind.

Die ukrainische Regierung hatte die Weiterfahrt der Kolonne tagelang verhindert. Sie hatte befürchtet, Russland könnte den Konvoi als Deckmantel für eine Invasion nutzen. Am Wochenende hatten die Verantwortlichen in Kiew den Konvoi und dessen Hilfsgüter für die Ostukraine anerkannt und so prinzipiell den Weg für die Lastwagen freigemacht. Die Weiterfahrt verzögerte sich jedoch weiter, weil die Mitarbeiter des IKRK auf Sicherheitsgarantien beider Länder pochten.