Die ukrainische Regierung wirft Russland die Eröffnung einer neuen Front im Krieg mit den Separatisten im Osten des Landes vor. Als Rebellen verkleidete russische Kräfte hätten mit zehn Panzern und zwei gepanzerten Mannschaftswagen im Südosten die Grenze zur Ukraine überschritten, sagte ein Sprecher der ukrainischen Streitkräfte. Sie wollten eine zweite Front gegen die Regierungstruppen eröffnen.

Nach Angaben regierungsnaher Milizen rollten Dutzende Fahrzeuge nahe der Stadt Nowoasowsk über die Grenze. Die Kolonne besteht demnach aus etwa 50 Fahrzeugen, die meisten Fahrzeuge seien auf dem Weg in den Ort Mariupol. Nach Angaben der ukrainischen Streitkräfte gab es in der Region erneut Gefechte zwischen Separatisten und Regierungstruppen, Grenzschützer hätten die Kolonne jedoch kurz vor Nowoasowsk aufhalten können.

Separatistenführer Andrej Purgin wies die Berichte zurück. Bei den Fahrzeugen handele es sich um gepanzerte Mannschaftswagen seiner Leute aus der Volksrepublik Donezk. Auch der russische Außenminister Sergej Lawrow sagte, Russland habe weder Kämpfer noch Kriegsgerät über die Grenze geschickt. 

Seit Monaten bekämpfen sich die ukrainische Armee und prorussische Separatisten in der Ostukraine – zuletzt hatten sich die Kämpfe konzentriert rund um die Städte Luhansk und Donezk, die weiter von Separatisten kontrolliert werden. Die Stadt Mariupol hatte die ukrainische Armee im Juni zurückerobert. Die strategisch wichtige Stadt liegt etwa 50 Kilometer von der Staatsgrenze und gut 100 Kilometer von Donezk entfernt.

Russland steht unter dem Verdacht, die Separatisten militärisch zu unterstützen. Zuletzt hatte Russland gegen den Willen der Regierung in Kiew wegen der schlechten Versorgungslage einen Hilfskonvoi in die Ukraine geschickt, wo prorussische Rebellen die Städte Luhansk und Donezk unter Kontrolle haben. 

Russland will nach der umstrittenen Aktion einen zweiten Hilfskonvoi auf die Reise schicken.