Nach Angaben des Separatistenanführers Alexander Sachartschenko erhalten die Kämpfer in der Ostukraine Unterstützung durch Russen. "Wir haben nie einen Hehl daraus gemacht, dass es unter uns viele Russen gibt, ohne deren Hilfe wir es sehr schwer hätten", sagte er. "In unseren Reihen hat es etwa 3.000 bis 4.000 gegeben." Die Russen seien Freiwillige. "Es ist kein Geheimnis, dass es unter den Freiwilligen aus Russland viele Ex-Militärs gibt, "die es für ihre Pflicht halten, an unserer Seite zu kämpfen", sagte Sachartschenko.

Nach Darstellung des Separatistenführers geht dies soweit, dass russische Soldaten für eine Präsenz in der Ukraine ihre Freizeit opfern. Lenta.ru zitierte ihn mit den Worten, er sage ganz offen, "unter uns kämpfen Militärs, die ihren Urlaub nicht am Strand verbringen wollen, sondern unter uns".

Sachartschenko bestritt, dass die Regierung in Moskau den Separatisten Militärhilfe leistet.

Nach Angaben der ukrainischen Regierung hatten "russische Truppen" eine wichtige Grenzstadt im Südosten sowie mehrere umliegende Dörfer erobert. "Gestern übernahmen russische Soldaten die Kontrolle über Nowoasowsk", teilte der Nationale Sicherheits- und Verteidigungsrat mit. Präsident Petro Poroschenko sprach von einer "Invasion russischer Truppen".

Die Berichte über eine russische Militärpräsenz im Osten der Ukraine hatten sich seit Mittwoch verstärkt. Die USA warfen Moskau vor, offenbar eine Gegenoffensive der Rebellen in der Ostukraine zu "lenken". Laut einem hochrangigen Nato-Offizier sind in der Ukraine mehr als 1.000 russische Soldaten unterwegs.

Insgesamt sind in dem Konflikt zwischen ukrainischen Truppen und prorussischen Rebellen inzwischen mehr als 2.200 Menschen umgekommen. Russlands Präsident Wladimir Putin hatte zuletzt am Dienstag Vorwürfe der Regierung in Kiew und des Westens zurückgewiesen, die Separatisten mit Waffen und Soldaten gezielt zu unterstützen.

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