Die USA und die Vereinten Nationen (UN) sind erfreut über den Rückzug von Nuri al-Maliki im irakischen Machtkampf. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon begrüße den Entschluss Al-Malikis, auf eine Kandidatur für eine dritte Amtszeit als Ministerpräsident zu verzichten, teilte ein UN-Sprecher in der Nacht auf Freitag mit. Ban würdige auch, dass Al-Maliki seinen designierten Nachfolger Haidar al-Abadi unterstütze. Dadurch könne die für das Land wichtige Regierungsbildung nun rasch voranschreiten. 

Es sei zu hoffen, dass die Machtverschiebung "dem Irak einen neuen Weg ebnen und das Volk" angesichts der Gefahr durch die Terrormiliz Islamischer Staat einen könne, sagte US-Sicherheitsberaterin Susan Rice. Die USA strebten weiter eine starke Partnerschaft mit dem Land an. Rice äußerte sich auf der Insel Martha's Vineyard, wo Präsident Barack Obama seinen Sommerurlaub verbringt. 

Der UN-Sicherheitsrat rief Al-Abadi auf, rasch auf die Bildung "einer integrativen Regierung hinzuarbeiten, die alle Teile der irakischen Bevölkerung repräsentiert und dazu beiträgt, eine brauchbare und nachhaltige Lösung für die aktuellen Herausforderungen des Landes zu finden".

Sunniten, Schiiten, Kurden müssen sich einigen

Der Streit zwischen Schiiten, Sunniten und Kurden um die Besetzung der politischen Spitzenposten blockiert das Land seit Wochen, auch in Zeiten der Bedrohung durch die Terrorgruppe Islamischer Staat. Der von Schiiten dominierten Regierung Al-Maliki wird vorgeworfen, die Sunniten systematisch benachteiligt zu haben. Die USA und andere westliche Staaten hielten dem Politiker vor, sich nicht genügend um die Aussöhnung der verschiedenen ethnischen und religiösen Bevölkerungsgruppen im Irak bemüht zu haben. Seine Entscheidung basiere auf seinem Wunsch, "die hohen Interessen des Landes zu schützen", erklärte Al-Maliki nun. Er werde nicht der Grund für weiteres Blutvergießen sein.

Der scheidende Ministerpräsident sagte weiter, er werde "ein Kampfsoldat" bleiben, "um den Irak und sein Volk zu verteidigen". Während seiner Rede stand sein designierter Nachfolger Al-Abadi neben ihm.

Präsident Fuad Massum hatte Al-Abadi am Montag mit der Bildung einer neuen Regierung beauftragt. Der bisherige Ministerpräsident Al-Maliki weigerte sich jedoch lange, sein Amt abzugeben und erklärte, die Nominierung Al-Abadis verstoße gegen die Verfassung. Al-Malikis Block hatte bei der Parlamentswahl im April die meisten Stimmen erobert. Seine Entscheidung, nun doch den Posten für Al-Abadi zu räumen, könnte das Ende der politischen Pattsituation in Bagdad bedeuten.

Der Irak ist derzeit mit einem Aufstand sunnitischer Extremisten konfrontiert. Kämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat nahmen weite Teile des Nordens und Westens des Landes ein. Hunderttausende Zivilisten mussten fliehen.