In Afghanistan ist offenbar nach monatelangem Ringen eine Einigung auf eine Regierung der nationalen Einheit erzielt worden. Ein Regierungsvertreter teilte mit, dass die Präsidentschaftskandidaten Abdullah Abdullah und Aschraf Ghani die Vereinbarung am Sonntag unterzeichnen werden. Sowohl Abdullah als auch Ghani beanspruchten bislang,  die Präsidentschaftswahl vom 14. Juni gewonnen zu haben.

"Beide Kandidaten sollen morgen eine Vereinbarung über die Struktur des Nationalen Einheitsregierung unterzeichnen", schreibt der Sprecher des scheidenden Präsidenten Hamid Karsai, Aimal Faisi, auf Twitter. Zuvor hatte die Regierung mitgeteilt, dass die unabhängige Wahlkommission das Endresultat der Wahl am Sonntag veröffentlichen werde.

Abdullah und Ghani hatten sich nach einer Stichwahl gegenseitig vorgeworfen, betrogen zu haben. Daraufhin wurden die Stimmen neu ausgezählt. Auf Grund der komplizierten Situation gab es bis zuletzt Gespräche zwischen Abdullah und Ghani, wie die Macht geteilt und eine Regierung der Einheit gebildet werden könne.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hatte während seines Kabul-Besuchs Anfang September gefordert, das eine Regierung der nationalen Einheit gebildet werden müsse. Steinmeier sagte zudem zu, dass Deutschland Afghanistan weiterhin unterstützen werde. "Aber (...) wir können das nur tun, wenn das Land selbst verlässliche und stabile Strukturen schafft", sagte Steinmeier.