Al-Kaida hat nach eigenen Angaben einen Ableger auf dem indischen Subkontinent gegründet. Ziel sei die Errichtung eines Kalifats in Myanmar, Bangladesch und Teilen von Indien, sagte der Führer der Terrororganisation, Aiman al-Sawahiri. Der Ableger mit dem Namen Kaidat al-Dschihad solle die "künstlichen Grenzen" zwischen den muslimischen Bevölkerungen in der Region durchbrechen. Als Anführer wurde ein pakistanischer Islamist namens Asim Umar bestimmt. 

"Diese Einheit wurde nicht erst heute aufgestellt, sondern ist das Ergebnis der gesegneten Bemühungen von mehr als zwei Jahren, um die Mudschaheddin auf dem indischen Subkontinent in einer einzigen Einheit zu versammeln," sagte al-Sawahiri. Er rief die muslimische Gemeinschaft auf, "den Kampf gegen die Feinde aufzunehmen". Wie schlagkräftig die neue Organisation ist, bleibt zunächst noch unklar.

Die Informationen stammen aus einem Video, das vom SITE-Institut entdeckt wurde. Die Organisation verfolgt die Spuren der Dschihadisten im Internet und machte zuletzt auf die derart publik gemachte Ermordung des US-Journalisten Steven Sotloff durch die IS-Milizen aufmerksam.

In den vergangenen Jahren wurde die Führung von Al-Kaida im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet durch US-Drohnenangriffe deutlich dezimiert. Im Mai 2011 erschoss eine US-Spezialeinheit den Al-Kaida-Gründer Osama bin Laden in seinem Versteck im pakistanischen Abbottabad.

Von diesen Rückschlägen konnte sich das Netzwerk bisher nicht erholen. Derzeit steht Al-Kaida im Schatten der Dschihadistengruppe "Islamischer Staat" (IS), die ganze Landstriche in Syrien und im Irak unter ihre Kontrolle gebracht und dort ein Kalifat ausgerufen hat.