UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat sich schockiert über die in einem Video vorgeführte Enthauptung eines US-Journalisten geäußert. "Wir sind alle entsetzt über die Berichte aus dem Irak über die brutale Ermordung von Zivilisten durch den Islamischen Staat, einschließlich der gestern berichteten Enthauptung eines weiteren Journalisten", sagte Ban bei einem Aufenthalt in Neuseeland. Er verurteile derartige abscheuliche Verbrechen, fügte der UN-Generalsekretär hinzu. Die religiösen Führer müssten sich für Toleranz, gegenseitigen Respekt und Gewaltfreiheit einsetzen.

Die Dschihadistengruppe "Islamischer Staat" (IS) hatte am Dienstag ein Video veröffentlicht, das die Enthauptung des vor einem Jahr im Norden Syriens verschleppten Reporters Steven Sotloff zeigen soll. Die US-Regierung erklärte, sie prüfe die Echtheit des Videos.


Der britische Premier David Cameron sprach von einem "verachtenswerten und barbarischen Mord". Frankreichs Präsident François Hollande meinte, die Tat beweise den "schändlichen Charakter der Dschihadisten-Organisation, die die Freiheit infrage stellt und nur den Terror kennt." Allerdings wiesen beide ausdrücklich darauf hin, dass es noch keine abschließenden Beweise gebe.

Vergangenen Monat hatten die IS-Kämpfer den US-Journalisten James Foley enthauptet und am 19. August ein Video von der Tat ins Internet gestellt. Anschließend hatten die Dschihadisten auch mit der Ermordung von Sotloff gedroht, sollten die USA ihre Luftangriffe auf IS-Stellungen im Nordirak nicht einstellen. Der freiberuflich arbeitende Reporter war im August 2013 nahe der syrischen Grenze zur Türkei verschollen.

Auf dem jetzt veröffentlichten Video trägt der Mann, bei dem es sich um den Journalisten Steven Sotloff handeln soll, orangefarbene Kleidung und kniet neben einem maskierten Kämpfer, der mit einem Messer bewaffnet ist. Sotloff spricht seinen Namen in die Kamera und erklärt, dass er den Preis für die Politik von US-Präsident Barack Obama zahle. Nach der Enthauptung führt der in schwarz gekleidete Henker eine weitere Geisel vor und droht, den als Briten identifizierten Mann ebenfalls hinzurichten.