Die USA haben sich hinter die Proteste für mehr Demokratie in Hongkong gestellt. Regierungssprecher Josh Earnest sagte am Montag, die US-Regierung unterstütze das Streben der Bevölkerung in Hongkong nach universellen Rechten. China hatte zuvor ausländische Regierungen vor einer Einmischung in die Proteste gewarnt.   

Sicherheitskräfte und Demonstranten rief Earnest zum Gewaltverzicht auf. "Wir drängen die Behörden von Hongkong zur Zurückhaltung und die Demonstranten, ihre Ansichten friedlich zum Ausdruck zu bringen", sagte Earnest.

Zehntausende Demonstranten hatten am Montag mit dem Ruf nach freien Wahlen nicht nur das Bankenviertel im Bezirk Central auf der Insel Hongkong lahmgelegt, sondern auch andere Teile der chinesischen Sonderverwaltungsregion. Auch in der Nacht zu Dienstag verließen die Demonstranten nicht die Straßen.

In der Nacht zuvor war die Polizei in der autonom regierten früheren britischen Kronkolonie teilweise mit Tränengas, Schlagstöcken und Pfefferspray gegen die Demonstranten vorgegangen, ohne die Massen auflösen zu können. Am Montag zog sich die Bereitschaftspolizei jedoch weitgehend zurück. Hongkongs Verwaltungschef Leung Chun-ying dementierte Gerüchte über einen bevorstehenden Militäreinsatz.

Aus Angst vor einer Verbreitung von Fotos der Unruhen blockierte die chinesische Zensur den Onlinedienst Instagram. Youtube oder soziale Netzwerke wie Twitter sind in China ohnehin gesperrt.

Die Proteste in Hongkong sind die größten seit der Rückgabe der britischen Kronkolonie an China im Jahr 1997. Die Massenproteste, die mit einem Streik der Studenten begonnen hatten, richten sich gegen eine von Peking verwehrte Wahlreform in Hongkong. Die Organisatoren riefen die Hongkonger auf, die Demonstrationen so lange fortzusetzen, bis ihre Forderung nach mehr Demokratie erhört werde.