Auf einer Konferenz in Paris haben knapp 30 Staaten und Organisationen dem Irak im Kampf gegen die Extremistenorganisation "Islamischer Staat" (IS) ihre Unterstützung zugesagt. Der Irak solle "mit allen notwendigen Mitteln, einschließlich angemessener militärischer Hilfe" unterstützt werden, hieß es am Montag in der Abschlusserklärung. Dabei müssten internationales Recht gewahrt und die Sicherheit der Zivilbevölkerung gewährleistet werden.

Frankreichs Außenminister Laurent Fabius sagte vor Journalisten, der Islamische Staat bedrohe nicht nur den Irak, Syrien und die Nachbarstaaten in der Region, sondern auch Europa.

Außenminister Frank-Walter Steinmeier sagte in Paris, es sei nun die Zeit zu handeln. Am Ende werde nicht allein eine militärische Lösung über den Erfolg des Vorgehens gegen den IS entscheiden. Es komme auf eine breite Koalition aus der Region und der ganzen Welt an, sagte Steinmeier. Dabei solle die neue Regierung in Bagdad unterstützt werden, die alle religiösen Gruppierungen des Landes einbeziehen wolle.

Rasmussen fordert militärische Antwort

Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen verlangte ein militärisches Vorgehen. "Der Islamische Staat erfordert eine militärische Antwort, um diese Terroristenorganisation zu besiegen", sagte er in Brüssel. "IS ist eine Bedrohung nicht nur für den Irak und die Region, sondern eine weltweite Bedrohung." Rasmussen warnte neben einer Gefahr für die internationale Stabilität auch vor der Rückkehr von IS-Kämpfern in westliche Staaten.

Der Däne begrüßte die gemeinsamen Pläne von zehn Nato-Ländern um die USA, darunter auch Deutschland, im Kampf gegen die Dschihadistengruppe enger zusammenarbeiten. Rasmussen bekräftigte zudem das Angebot der Nato an die Regierung im Irak, das Land im Vorgehen gegen den Islamischen Staat bei der Stärkung seines Sicherheitsapparats zu unterstützen.

Noch habe die Nato jedoch keine Anfrage aus Bagdad erhalten. "Aber wir sind nicht in einem Prozess, in dem sich die Nato an militärischen Schlägen gegen den IS beteiligt", sagte Rasmussen. Die Nato stehe an "der Frontlinie einer neuen Schlacht" zwischen Demokratie und Totalitarismus, zwischen offenen und geschlossenen Gesellschaften. "Militärisches Handeln ist das letzte Mittel, aber wir müssen darauf zurückgreifen können, wenn es nötig ist", sagte Rasmussen.