Island will eine internationale Konferenz über die Rechte von Frauen und die Gleichberechtigung der Geschlechter veranstalten – allerdings ohne weibliche Teilnehmer. Erstmals würden die Vereinten Nationen für die sogenannte Barbershop-Konferenz im Januar 2015 nur Männer und Jungen zusammenbringen, sagte Außenminister Gunnar Bragi Sveinsson vor der UN-Generalversammlung.

Die Konferenz, die von Island und von dem südamerikanischen Staat Surinam einberufen wurde, sei ein "außergewöhnlicher Beitrag" zu den Veranstaltungen zum 20. Jahrestag der UN-Konferenz über Frauenrechte in Peking 1995. "Wir wollen Männer und Jungen auf eine positive Art zum Thema der Gleichberechtigung der Geschlechter an den Tisch bringen", sagte Sveinsson. Ein besonderer Fokus des Treffens liege auf dem Problem der Gewalt gegen Frauen.

Die Zusammenkunft ist Teil einer globalen UN-Kampagne, die in diesem Monat gestartet wurde. Im Rahmen dieser Kampagne will die Weltgemeinschaft 100.000 Männer und Jungen zum Kampf für die Geschlechtergleichberechtigung animieren.

Die Schauspielerin Emma Watson, die für ihre Rolle in den Harry-Potter-Filmen bekannt wurde, hatte vor wenigen Tagen im Rahmen der "He For She"-Kampagne eine aufsehenerregende Rede vor den Vereinten Nationen gehalten. Darin rief die Britin als neue UN-Frauenbotschafterin dazu auf, Männer in den Kampf für Gleichberechtigung einzubinden. "1995 hatte Hillary Clinton in einer berühmte Rede in Peking über Frauenrechte gesprochen", sagte Watson. "Was für mich dabei am meisten herausstach, war, dass nur 30 Prozent der Zuhörer männlich waren. Wie können wir einen Wandel in der Welt bewirken, wenn nur die Hälfte der Menschen dazu eingeladen ist oder sich willkommen fühlt, an den Gesprächen teilzunehmen?"

Clinton hatte in Peking 1995 als amerikanische First Lady vor den internationalen Staats- und Regierungschefs erklärt: "Frauenrechte sind Menschenrechte." Gleichzeitig kam das Thema Gleichberechtigung im Rahmen der Konferenz erstmals auf die Agenda der internationalen Gemeinschaft.