Die konservative Regierungspartei von Premierminister John Key hat die Parlamentswahlen in Neuseeland klar gewonnen. Laut vorläufigem Wahlergebnis erhielt die National-Partei 61 der 121 Mandate und kann damit ein mögliches Bündnis aus Sozialdemokraten, Grünen und Kleinparteien verhindern. Die Auszählung ist allerdings noch nicht ganz vollständig. Auf die Unterstützung der bisherigen Koalitionspartner ist die seit 2008 regierende Partei von Key wegen ihres ausgebauten Stimmenanteils unter Umständen nicht mehr angewiesen.

Der frühere Banker hatte im Wahlkampf vor allem auf seine wirtschaftspolitische Bilanz gesetzt: Unter Key hat sich Neuseeland zur Industrienation mit den weltweit höchsten Wachstumsraten entwickelt. "Ich bin begeistert, das ist eine großartige Nacht", jubelte Key vor seinen Anhängern.

Die Opposition hatte Key im Wahlkampf schmutzige Tricks und die großangelegte Überwachung der eigenen Bevölkerung vorgeworfen. Einer der schärfsten Kritiker des Premiers war der weltweit bekannte und umstrittene Internetunternehmer Kim Dotcom alias Kim Schmitz. Dotcom unterstellte Key, dass dieser die Ausspähung der Bevölkerung durch Geheimdienste erlaubt habe. 

Der seit 2012 wegen Piraterievorwürfen festgenommene und später auf Kaution freigelassene Gründer des Online-Speicherdienstes Megaupload führt seit Langem eine Privatfehde gegen Key, der in der Geheimdienstaffäre sämtliche Anschuldigungen gegen sich als "Ablenkungsmanöver" vor den Wahlen zurückwies. Aus Sicht von Kim Dotcom ist Key ein Handlanger der US-Behörden, die ein Strafverfahren gegen den Internetunternehmer führen. In den Vereinigten Staaten drohen dem gebürtigen Deutschen bei einer Verurteilung wegen Unterschlagung, Geldwäsche und umfangreicher Urheberrechtsverletzungen bis zu 20 Jahre Haft.

Schmitz' Partei profitiert nicht

Die Internetpartei von Dotcom, der wegen seiner Herkunft selbst nicht zur Wahl antreten durfte, blieb bei der Parlamentswahl trotz der Attacken gegen Key chancenlos und verpasste den Einzug ins Parlament. "Selbst wenn der Premierminister dabei fotografiert würde, wie er kleine Kätzchen in seinem Garten mit einer Schrotflinte erschießt, wäre er immer noch beliebt", hatte Dotcom zuletzt geklagt.   

Doch auch abseits der Geheimdienstaffäre galt die öffentliche Aufmerksamkeit im Wahlkampf weniger den Inhalten und vielmehr den gegenseitigen Vorwürfen der rivalisierenden Lager. So berief sich die von der Labour-Partei angeführte Opposition auf ein neu erschienenes Buch, das angebliche Absprachen zwischen ranghohen Regierungsbeamten und einem rechten Blogger belegen soll, die eine Schmutzkampagne gegen politische Gegner vereinbart hätten.