Im Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) weiten die USA ihre Luftangriffe vom Irak auf Syrien aus. Er werde nicht zögern, in beiden Ländern gegen die Islamisten vorzugehen, sagte Präsident Barack Obama in seiner Rede an die Nation. Die IS-Kämpfer würden ausgeschaltet, "wo immer sie sind", sagte Obama. Wann die ersten Angriffe im an den Irak grenzenden Bürgerkriegsland geflogen würden, sagte Obama nicht. 

Die USA schicken außerdem 475 weitere Soldaten in den Irak, um das Land im Kampf gegen die Terroristen zu unterstützen. Sie sollen dort irakische und kurdische Kräfte ausbilden, ausrüsten und beraten, sagte Obama. Damit steigt die Zahl der in den Irak beorderten Soldaten auf etwa 1.500. Darunter sind rund 750 Soldaten, die für die Sicherheit diplomatischer Einrichtungen in Bagdad zuständig sind. Einen Einsatz bewaffneter US-Kampftruppen schließt Obama aber weiterhin aus.

In seiner Rede stimmte Obama die Amerikaner jedoch auf einen langen Einsatz ein: "Es wird Zeit brauchen, einen Krebs wie den IS auszurotten." Er warnte davor, dass die IS-Kämpfer für die USA zur Gefahr heranwachsen könnten. "Obwohl wir noch keine spezielle Verschwörung gegen unser Heimatland entdeckt haben, haben IS-Anführer Amerika und unsere Verbündeten bedroht." Er bezog sich dabei auch auf die Enthauptung der beiden US-Journalisten James Foley und Steven Sotloff. Der Fluss Tausender ausländischer Kämpfer müsse gestoppt und die Geldquellen der Dschihadisten ausgetrocknet werden.

IS-Gegner sollen unterstützt werden

Zudem will sich Obama für eine verstärkte Ausbildung irakischer Sicherheitskräfte und Waffenlieferungen an gemäßigte Gegner des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad stark machen, um sie so gegen den IS zu stärken. Obama rief den Kongress dazu auf, diese Maßnahme zu genehmigen. Gestern hatte er dafür bereits bei hochrangigen US-Vertretern geworben. Für die Ausweitung der Luftangriffe braucht er seiner Ansicht nach jedoch nicht die Zustimmung der Volksvertreter.

Nach Medienberichten bilden die USA bereits seit Längerem in Jordanien Mitglieder der Freien Syrischen Armee aus. Allerdings handele es sich dabei um eine verdeckte Aktion des Geheimdienstes CIA und nicht um einen offiziellen Militäreinsatz. Wie ein US-Beamter mitteilte, stelle Saudi-Arabien seine Militärbasen als Ausbildungsort für moderate syrische Rebellen zur Verfügung.    

Frankreich bietet militärische Hilfe an

 Das US-Militär hatte vor rund vier Wochen begonnen, Stellungen des IS im Irak zu bombardieren und seitdem mehr als 150 Angriffe geflogen. Dabei wurden nach Angaben des Pentagon mindestens 212 Ziele der Dschihadisten beschädigt oder zerstört. Die sunnitische Terrormiliz hat mit Zehntausenden Kämpfern große Teile des Irak, aber auch Syriens unter ihre Kontrolle gebracht.

Unterstützung bekommen die USA auch von Frankreich. Das Land stellte Luftangriffe auf Stellungen der Extremisten im Irak in Aussicht. Außenminister Laurent Fabius sagte: "Wenn nötig, werden wir uns an einem Militäreinsatz beteiligen." Die internationale Gemeinschaft müsse gegen diese Gefahr vorgehen, die auch europäischen Boden erreichen könne.