Polens Verteidigungsminister Tomasz Siemoniak stellt die Gründungsakte des Nato-Russland-Rates in Frage. Der Vertrag bildet die Grundlage der Partnetschaft des Verteidigungsbündnisses mit Russland. Siemoniak sagte der Tageszeitung Die Welt, die Beziehungen beider Seiten müssten grundsätzlich neu ausgerichtet werden. "Diese Akte stammt aus einer Zeit vor dem Nato-Beitritt Polens", sagte er. "Die Nato muss ihre Mitglieder verteidigen und nicht auf Dokumente schauen."

Die Akte schließt eine ständige Stationierung von Kampftruppen in der Größenordnung von 3.000 bis 5.000 Mann in östlichen Nato-Staaten aus.

Auch Estlands Staatschef Toomas Hendrik Ilves hatte zuvor bei einem Treffen mit US-Präsident Barack Obama die Gültigkeit des Vertrages angezweifelt. Bundeskanzlerin Angela Merkel hält hingegen daran fest und will bestehende Verträge mit Moskau nicht ändern.

Beim zweitägigen Gipfel der 28 Staats- und Regierungschefs des Bündnisses im walisischen Newport stehen an diesem Donnerstag und Freitag vor allem das Verhältnis zu Russland und die Eskalation in der Ukraine auf der Tagesordnung.