Russland hat nach Angaben der Nato große Teile seiner Streitkräfte aus der Ukraine abzogen. Allerdings blieben große Truppenverbände an der Grenze stationiert, teilte ein Nato-Sprecher mit. Außerdem habe die Zahl der Zusammenstöße zwischen der ukrainischen Armee und den prorussischen Separatisten inzwischen abgenommen. Dazu gehöre auch die Zahl der Artilleriegefechte. 

"Es hat einen signifikanten Rückzug konventioneller Truppen aus der Ukraine gegeben", sagte der Sprecher des Verteidigungsbündnisses. "Die Nato begrüßt diese positiven Zeichen." In welcher Stärke noch russische Einheiten im Lande stationiert seien, könne aber nur schwer ausgemacht werden, da die Separatisten mehrere Grenzübergänge kontrollierten.

Auch die Zahl der russischen Spezialeinheiten in der Ukraine sei kaum zu schätzen. Zudem habe es keinen bedeutenden Abbau der russischen Truppenkontingente an der Grenze gegeben.

Waffenruhe gilt seit Anfang September

Das Militärbündnis hat Russland wiederholt vorgeworfen, mit eigenen Einheiten in der Ostukraine aktiv zu sein und die prorussischen Separatisten im Kampf gegen die ukrainische Armee zu unterstützen. Russland bestreitet, reguläre Truppen in das Gebiet entsandt zu haben. Seit Anfang September gilt eine Waffenruhe. Zudem haben die Konfliktparteien die Einrichtung einer Pufferzone vereinbart.

Die Botschafter der EU-Staaten sollten am Nachmittag zusammenkommen, um über die Umsetzung eines Abkommens mit der Regierung in Kiew zu beraten. Bei dem Treffen soll es um das Assoziierungsabkommen zwischen der EU und der Ukraine gehen. Der wirtschaftliche Teil der Vereinbarung soll erst 2016 in Kraft treten, was vor allem dem russischen Handel mit der Ukraine zugutekommt.