Kämpfer der Terrorgruppe "Islamischer Staat"  greifen seit zwei Wochen von mehreren Seiten das Gebiet um die kurdische Stadt Kobani (arabisch: Ayn al-Arab) in Syrien an. Mehr als 130.000 Menschen sollen bereits in die Türkei geflohen sein. Zunächst wurden die Dörfer um Kobani evakuiert, doch die Terrorgruppe greift von mehreren Seiten an und ist mit ihren schweren Waffen den kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) weit überlegen. 

Eine präzise Visualisierung der Bodenkämpfe ist kartographisch kaum möglich. Die Lage ändert sich nahezu stündlich und auf  Nachrichten, die nach außen dringen, ist wenig Verlass. Die Kurden dementieren immer wieder gemeldete Erfolge der IS-Terroristen. Vertreter der Terrorgruppe "Islamischer Staat" inszenieren medienwirksam ihre Überlegenheit auch in Gebieten, die sie nach Angaben der Kurden vor Ort nicht erobert haben. Klare Linien und Grenzverläufe gibt es in diesem Konflikt nicht. Sie sind entweder ideologisch gefärbt oder veraltet. Nachvollziehbar sind lediglich die Richtungen, aus denen die Kampftruppen und die Flüchtlingsströme kommen.

Die wohl exakteste Übersicht der einzelnen Positionen haben die US-Amerikaner. Allerdings liegt es nicht in deren strategischem Interesse, die Stellungen der IS-Terroristen offen zugänglich zu machen. Zudem bekriegen sich in diesem Gebiet auch nicht nur Kurden und IS-Terroristen, sondern auch Kämpfer der Freien Syrischen Armee und der Al-Nusra-Gruppe.

Die Karte von ZEIT ONLINE liefert eine Vorstellung über die Lage in Nordsyrien. Im weiteren Verlauf des Konflikts werden sich die Linien und Flächen mit Sicherheit verschieben.