Die Waffenruhe in der Ostukraine ist ein weiteres Mal gebrochen worden: Bei neuen Kämpfen in der ostukrainischen Stadt Donezk sind zwölf Menschen getötet worden. 32 weitere wurden verletzt, teilten der Nationale Sicherheitsrat der Ukraine und der Stadtrat von Donezk mit. Der ukrainische Militärsprecher Andrej Lyssenko sagte in Kiew, unter den Toten seien neun Soldaten. 27 weitere seien verwundet worden. Der  Stadtrat teilte mit, es seien auch drei Zivilisten getötet und fünf weitere verletzt worden.

Den Angaben zufolge handelte es sich um die schwersten Gefechte zwischen prorussischen Separatisten und ukrainischen Soldaten seit mehr als einer Woche. Die Kämpfe konzentrierten sich erneut auf den im Norden von Donezk gelegenen Flughafen, der unter Kontrolle der Regierungstruppen steht. Immer öfter geraten dort angrenzende Wohngebiete unter Beschuss. In vielen Vierteln sei Feuer aus schweren Waffen zu hören, teilte der Stadtrat mit. Mehr als ein Dutzend Gebäude seien beschädigt worden.

Die anhaltende Gewalt gefährdet den ohnehin brüchigen Waffenstillstand, der seit 5. September offiziell für die Ostukraine gilt. Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko besteht zwar weiterhin darauf, dass sein Friedensplan funktioniert. Die Bevölkerung sieht dies jedoch mit großer Skepsis.

Am 20. September hatte sich die ukrainische Regierung bei Verhandlungen in Minsk mit den prorussischen Milizen auf einen Neun-Punkte-Plan geeinigt, der eine Waffenruhe und die Einrichtung einer Pufferzone entlang der Frontlinie vorsieht. Zwar gab es Fortschritte beim Rückzug der Truppen beider Seiten aus der geplanten demilitarisierten Zone, doch gibt es immer wieder Gefechte rund um Donezk. 

Insgesamt sind seit dem Beginn der Kämpfe im April mindestens 3.500 Menschen getötet worden.