Angesichts des bevorstehenden Präsidentenwechsels in Afghanistan hoffen die USA, dass ein bilaterales Sicherheitsabkommen mit Kabul nun in wenigen Tagen unterzeichnet wird. US-Außenminister John Kerry gratulierte dem designierten neuen Präsidenten Aschraf Ghani und dessen unterlegenem Wahlkontrahenten Abdullah Abdullah zu ihrer Übereinkunft, eine Einheitsregierung zu bilden. Dieser Schritt bedeute auch eine große Gelegenheit für die Unterzeichnung des Sicherheitsabkommens "in einer Woche oder so", sagte Kerry.

Zuvor hatten die afghanischen Präsidentschaftskandidaten Ghani und Abdullah ein Abkommen für eine gemeinsame Einheitsregierung geschlossen. Nach monatelangem Streit unterschrieben der frühere Finanzminister Ghani und der einstige Außenminister Abdullah die Vereinbarung bei einer Zeremonie im Präsidentenpalast in Kabul.

Die USA dringen seit Langem auf die Unterzeichnung des Abkommens, das im Kern den Verbleib von etwa 10.000 amerikanischen Soldaten in Afghanistan nach 2014 – dem Ablauf der Frist für den US-Truppenabzug – vorsieht. Dieses Kontingent soll zur Ausbildung der irakischen Sicherheitskräfte eingesetzt werden, aber auch im Antiterrorkampf helfen. Der scheidende Präsident Hamid Karsai hatte sich geweigert, das Abkommen zu unterzeichnen und dies seinem Nachfolger überlassen.  

Auch US-Präsident Barack Obama gratulierte Ghani und Abdullah zu der Vereinbarung und zum ersten demokratischen und friedlichen Wechsel an der Staatsspitze in Afghanistan. Der Kommandeur der Internationalen Schutztruppe Isaf, US-General John Campbell, sprach von einem "sehr wichtigen Meilenstein", der erreicht worden sei. Der UN-Sicherheitsrat begrüßte das Abkommen zur Bildung einer Einheitsregierung. Das Gremium sagte zu, Afghanistan auf seinem Weg zu Frieden, Aussöhnung und Demokratie weiterhin zu unterstützen.