Der Präsident des westafrikanischen Staates Burkina Faso, Blaise Compaoré, ist nach eigenen Angaben zurückgetreten. Dies gab er in einer im Fernsehen verlesenen Stellungnahme bekannt. Sprecher des Präsidenten und der Armee bestätigten den Rücktritt des 63-Jährigen. Innerhalb von 90 Tagen solle es Neuwahlen geben. Generalstabschef Honoré Traoré teilte mit, er habe mit sofortiger Wirkung "gemäß der Verfassung" das Amt des Staatschefs übernommen.

Compaoré regierte das westafrikanische Land seit einem Putsch vor fast drei Jahrzehnten. Er wollte zuletzt vom Parlament die Verfassung ändern lassen, um sich auch im nächsten Jahr erneut zur Wahl stellen zu können. Am Donnerstag hatte das Militär das Parlament aufgelöst und die Einsetzung einer Übergangsregierung angekündigt. 

Compaoré sagte zuletzt, er wolle auf eine weitere Amtszeit verzichten und von der geplanten Verfassungsänderung absehen, so lange er bis zu den Wahlen im November 2015 einer Übergangsregierung vorstehe. Zehntausende Bewohner des Landes hatten in den letzten Tagen den Rücktritt Compaorés gefordert. Nach Angaben der Opposition waren bei gewaltsamen Demonstrationen mindestens 30 Menschen getötet und 100 weitere verletzt worden.