Die Polizei in Hongkong hat damit begonnen, neue Barrikaden der prodemokratischen Demonstranten zu zerstören. Eine große Menschenmenge beobachtete die Aktion. Die Demonstranten hatten ihre Barrikaden im Finanzviertel der Metropole zuvor wieder aufgebaut. Mit Bambus, Beton und Plastikfolie versuchten die zumeist jungen Menschen, zerstörte Absperrungen zu erneuern. Bauarbeiter, die die Proteste unterstützen, sammelten Spenden für die neuen Barrikaden.

Die Auseinandersetzungen zwischen den Anhängern der Demokratiebewegung und ihren Gegnern hatten sich zuvor zugespitzt. Vermummte Männer versuchten, Absperrungen an einem wichtigen Lager der Demonstranten in der Innenstadt niederzureißen. Drei von ihnen wurden wegen unerlaubten Waffenbesitzes festgenommen. Auch die Polizei hatte schon einmal die Straßensperren geräumt.

Die Demonstranten in der chinesischen Sonderverwaltungsregion wehren sich gegen Beschlüsse des Pekinger Volkskongresses. Der will 2017 zwar erstmals eine direkte Wahl in Hongkong erlauben, den Wählern aber die freie Nominierung der Kandidaten verweigern. Die Aktivisten fordern mehr Demokratie. Die Protestgegner beklagen die Behinderungen durch Straßenblockaden und stellen sich hinter die loyal zu China stehende Regierung.