Die ukrainische Armee hat laut der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) bei Kämpfen gegen prorussische Separatisten im Osten des Landes mehrfach Streubomben abgefeuert. Die international geächteten Waffen seien in der Region Donezk an mehr als einem Dutzend Orten zum Einsatz gekommen, heißt es in einem Bericht der Organisation.

Zwar ließe sich bei vielen der Angriffe nicht eindeutig feststellen, wer die Streubomben abgeschossen habe. Doch "die Beweise deuten bei mehreren Angriffen darauf hin, dass ukrainische Regierungstruppen verantwortlich waren", heißt es in der Untersuchung weiter. Vor allem bei Angriffen auf das Stadtzentrum von Donezk Anfang Oktober gebe es besonders deutliche Hinweise für die Verantwortung der Regierungstruppen. Dabei war unter anderem ein Mitarbeiter des Roten Kreuzes getötet worden.

Ein Journalist der New York Times berichtet, in Dörfern nahe Donezk seien fehlgezündete Streubomben gefunden worden, die von Stellungen der ukrainischen Armee abgefeuert worden seien. Ob auch die Separatisten die umstrittenen Bomben einsetzen, könne er nicht unabhängig bestätigen. Bereits mehrfach war über den Einsatz von Streubomben in der Ostukraine berichtet worden. Unabhängige Ermittler sollten die Vorwürfe prüfen.

Das ukrainische Militär wies die Vorwürfe zurück. "Wir verwenden diese Bomben überhaupt nicht, weil sie verboten sind", sagte Wladislaw Selesnjow von der Anti-Terror-Operation in Kiew dem Internetportal Ukrainskaja Prawda.

Streubomben zerteilen sich vor dem Aufprall in teils Hunderte kleinere Sprengsätze und können dadurch Bereiche von der Größe eines Fußballfeldes verwüsten. Oftmals zünden die Sprengsätze nicht beim Aufprall und verminen damit ganze Landstriche. Vor allem Kinder werden oft auch noch Jahre nach dem Abwurf zu Opfern, wenn die Munition explodiert.