Während die Kämpfe um Kobani weiter anhalten , rückt die Terrororganisation "Islamischer Staat" im Irak in einer strategisch wichtigen Provinz weiter vor. Wie die Washington Post berichtet, habe die IS-Miliz in den vergangenen Tagen in der Provinz Anbar mehrere Städte einnehmen können und sei weiterhin in der Offensive. Die Luftangriffe der Amerikaner hätten den Vormarsch nicht stoppen können. Das Blatt beruft sich dabei auf amerikanische und irakische Sicherheitsexperten sowie Medienberichte.

Nach den jüngsten Landgewinnen würden sie nun versuchen, die Provinz-Hauptstadt Ramadi einzunehmen, schreibt die Washington Post. "Alle Gebiete rund um die Stadt werden vom Islamischen Staat kontrolliert," zitiert das Blatt Ahmed Abu Risha,  der die lokale Verteidigung befehligt. Seine Männer seien nur schlecht bewaffnet, zudem erhielten sie keine Luftunterstützung.

In den vergangenen Tagen ist es den Terroristen gelungen, die Städte Hit sowie Kubaisa einzunehmen. Beide Orte befinden sich in der Nähe der Militärbasis Ain al-Asad, die eine der größten im Land ist. Von dort versorgen die irakische Truppen auch die Verteidigungslinien um den Haditha Staudamm, der für die Wasserversorgung des Landes wichtig ist.  

Anbar ist von strategisch wichtiger Bedeutung: Durch die Provinz verlaufen mehrere wichtige Fernstraßen und sie liegt in direkter Nähe zur Hauptstadt Bagdad. Zudem befinden sich in der Region viele militärische Anlagen und Waffen. Ein Sieg könnte damit die  Schlagkraft der Terroristen erheblich erhöhen.  "Sollte der Islamische Staat Anbar kontrollieren, könnten er von dort aus Ziele in Bagdad ernsthaft bedrohen",  zitiert das Blatt einen irakischen Sicherheitsexperten.

Stämme sind sich uneinig

Einem Bericht des amerikanischen Think Tanks Institute for the Study of War in Washington hätten die Islamisten ein großangelegten Feldzug gestartet, um die Provinz einzunehmen. Die Kämpfer hätte bereits Versorgungswege und die Kommunikation der Regierungstruppen gekappt. Der Think Tank wird unter anderem von Rüstungsunternehmen unterstützt.

Die Verteidigung ist dem Bericht der Washington Post zufolge auch deswegen schwierig, da sich manche Stämme nicht dem Kampf gegen den IS anschließen wollen. Einige sunnitische Stämme hätten Vorbehalte, solange weiterhin schiitische Milizen in der Region seien.