Die USA und Russland wollen im Kampf gegen den "Islamischen Staat" enger zusammenarbeiten. Die Außenminister beider Länder, John Kerry und Sergej Lawrow, vereinbarten bei ihrem Treffen in Paris, den Austausch von Informationen über den IS zu intensivieren.

Er habe angeregt, die Zusammenarbeit im Bereich der Nachrichtendienste zu verstärken, sagte Kerry nach dem rund dreistündigen Gespräch mit Lawrow. Unter anderem wollen die beiden Staaten in Zukunft Informationen ihrer Geheimdienste über die sunnitischen Extremisten austauschen. Es werde auch geprüft, ob Russland mehr im Kampf gegen die Terrormiliz tun könne. Lawrow habe seine Bereitschaft erkennen lassen, mit Waffen oder möglicherweise bei der Ausbildung zu helfen.  

Mit Blick auf den Ukraine-Konflikt erzielten Kerry und Lawrow keine substantiellen Fortschritte. Kerry bekräftige nach dem Treffen die Forderungen des Westens nach einem Ende der Gewalt und einem Truppenabzug aus der umkämpften Ostukraine. Die Kämpfe um den Donezker Flughafen müssten enden und die Souveränität der Ukraine entlang der Grenze zu Russland wiederhergestellt werden. Vor dem Treffen hatte Lawrow dem Westen vorgeworfen, die Ukraine vor die Wahl "zwischen Europa und Russland" gestellt und damit die tiefe Krise verstärkt zu haben.

Allerdings bestätigte Kerry auch, dass der Rückzug der russischen Truppen wie angekündigt begonnen habe. Nun müsse auch noch "die schwere Ausrüstung zurückgezogen und die Grenze angemessen überwacht und gesichert werden", sagte Kerry.

Ein Referendum über eine Selbstständigkeit im von Rebellen besetzten Teil der Ukraine lehnt Kerry ab. Die USA und die internationale Gemeinschaft würden das Ergebnis eines solchen Referendums nicht anerkennen, sagte der US-Außenminister.