Die israelische Regierung hat angeordnet, die Planungen von mehr als tausend Siedlerwohnungen fortzusetzen. Es geht laut Medienberichten um etwa 400 Wohnungen in der Siedlung Har Homa im Süden sowie um mehr als 600 Wohnungen in Ramat Schlomo im Norden von Ost-Jerusalem.

Wirtschaftsminister Naftali Bennett und Wohnungsbauminister Uri Ariel hatten Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu in den vergangenen Tagen mit einer Regierungskrise gedroht, sollte er bestimmte Planungsverfahren nicht freigeben, die aus diplomatischer Rücksicht gestoppt waren. Beide Minister gehören zur rechtsradikalen Siedlerpartei Jüdisches Heim.

Die Siedlungen in den besetzten Palästinensergebieten stoßen in Europa und den USA auf starke Kritik. Das Bauvorhaben widerspreche Israels erklärtem Ziel, sich mit den Palästinensern auf dem Verhandlungsweg über den künftigen Status von Jerusalem zu einigen, bemängelte die US-Regierung.

Der Ausbau von Ramat Schlomo, das neben dem palästinensischen Flüchtlingslager Schuafat liegt, hatte das Verhältnis Israels zu den USA bereits 2010 stark belastet.

Har Homa ist die jüngste der israelischen Siedlungen auf besetzten Gebieten. Sie liegt zwischen Ost-Jerusalem und Bethlehem.