Kämpfer der Freien Syrische Armee (FSA) haben nach eigenen Angaben Teile der umkämpften syrischen Stadt Kobani erobert. Das gehe aus einem Video der Rebellen-Organisation hervor, berichtet der Sender Al-Arabija. Darin seien Kämpfer einer FSA-Brigade in einem Industrievorort Kobanis zu sehen.

Die Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) versucht seit Wochen, die Stadt an der türkischen Grenze komplett einzunehmen. Das wollen FSA und kurdische Einheiten verhindern. Sie werden unterstützt von Luftangriffen einer internationalen Militärallianz.  

Auch die Kurden melden Erfolge im Kampf um Kobani. Der IS habe einen Nachschubweg der kurdischen Miliz YPG einnehmen wollen, doch der Angriff sei abgewehrt worden. Zudem hätten kurdische Kämpfer einige von Dschihadisten gehaltene Gebiete im Osten Kobanis erobert, berichtete die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London.  

Der IS reagiere auf die Verluste und schicke Verstärkung. Aus den Provinzen Aleppo und Raka würden Kämpfer, Munition und Ausrüstung nach Kobani gebracht. Die Beobachtungsstelle bezieht ihre Informationen aus einem Netzwerk von Aktivisten und Ärzten in Syrien. Ihre Angaben sind von unabhängiger Seite kaum zu überprüfen.

Der britische Telegraph berichtete, am Wochenende seien einige IS-Kämpfer aus Kobani geflohen. Die Zeitung beruft sich auf Aussagen von Rebellen, die gegen den IS kämpfen.  

Demnach hätte ein Luftangriff ein Gebäude der Dschihadisten zerstört. Dabei seien etwa 30 erfahrene IS-Kämpfer, darunter auch Kommandeure, ums Leben gekommen. Das habe die Dschihadisten entscheidend geschwächt. Die IS-Führung in Kobani hätten nun ausländische Kämpfer übernommen, die sich in der Stadt nicht auskennen würden, berichtete der Telegraph

Internationale Luftangriffe gegen IS-Stellungen

Kampfflugzeuge der internationalen Militärkoalition hatten am Samstag auch in anderen Teilen Syriens Stellungen der Dschihadisten bombardiert. Die Angriffe galten unter anderem mehreren vom IS kontrollierte Ölanlagen. Auch im Irak griffen die Kampfflugzeuge Einheiten, Fahrzeuge und anderer Einrichtungen der Dschihadisten an. Die IS-Kämpfer kontrollieren ein Gebiet, das sich vom Nordwesten des Iraks bis zum Osten Syriens erstreckt und die meisten syrischen Ölfelder umfasst. Diese sind eine der wichtigsten Einnahmequellen der Terrormiliz.

Die USA werden im Irak bei ihren Luftangriffen auf den IS von mehreren westlichen Ländern unterstützt. In Syrien beteiligen sich auch etliche arabische Staaten an den Einsätzen gegen die Milizen. Andere Staaten wie Deutschland unterstützen den Kampf gegen den IS mit Waffenlieferungen an kurdische Milizen oder die irakischen Streitkräfte.

Erdoğan gegen Waffenlieferungen an Kurden

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan sprach sich dagegen aus, Waffen an die syrisch-kurdische Partei PYD zu liefern. Deren bewaffneter Arm, die Kurden-Miliz YPG , kämpft in Kobani gegen den IS. Die PYD steht der verbotenen türkischen Arbeiterpartei PKK nahe. Erdoğan nannte beide Parteien Terrororganisationen. 

US-Präsident Barack Obama telefonierte in der Nacht zu Sonntag mit Erdoğan über die Lage in Syrien und besonders in Kobani. Es sei darum gegangen, wie der Vormarsch des IS gestoppt werden könne, teilte das Weiße Haus mit. Beide Präsidenten hätten zugesichert, im Kampf gegen den IS eng zusammenzuarbeiten. Dessen ungeachtet sagte Erdoğan, niemand könne von der Türkei erwarten, Waffenlieferungen an die PYD zuzustimmen.