Der Terrormiliz "Islamischer Staat" ist es Aktivisten zufolge gelungen, über drei östliche Stadtviertel in die Grenzstadt Kobani einzudringen. Dort liefern sich kurdische Kämpfer und IS-Milizionäre nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte heftige Kämpfe.

"Die Straßenkämpfe haben begonnen und erstmals gibt es Kämpfe in den Vierteln am Ostzugang von Kobani, in den Vierteln Maktala al-Dschadida und Kani Arabane", sagte der Leiter der Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman, laut der Nachrichtenagentur AFP. Demnach habe der IS drei Stadtviertel unter seine Kontrolle gebracht.

Bereits in der Nacht zum Montag sollen IS-Kämpfer nach Kobani vorgedrungen sein. Dort gerieten sie angeblich in einen Hinterhalt der kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG). Dabei seien mindestens 20 der Angreifer getötet worden, teilten die Kurden mit.

Die in England ansässige Beobachtungsstelle stützt ihre Angaben auf ein Netzwerk von Informanten in Syrien, wegen der Sicherheitslage sind ihre Angaben jedoch von unabhängiger Seite nicht überprüfbar.

IS-Flaggen bei Kobani gehisst

Bereits im Laufe des Tages sollen IS-Kämpfer die für sie charakteristische schwarze Flagge auf einem Gebäude gehisst haben – allerdings auf einem abgelegenen Gehöft etwa einen Kilometer vom Standrand entfernt. Auch auf einem benachbarten Hügel wurde die IS-Flagge gesichtet.

Die kurdische Stadt Kobani (arabisch: Ain al-Arab) an der Grenze zur Türkei ist seit mehr als zwei Wochen Schauplatz heftiger Kämpfe zwischen IS-Miliz und Kurden. Obwohl die Koalition unter Führung der USA zahlreiche Luftangriffe auf die Dschihadisten flog, rückten sie immer wieder vor.

Dennoch setzte das Militärbündnis seine Luftangriffe auf die IS-Kämpfer in Syrien und dem Irak fort. Laut Augenzeugen und Ärzten wurden bei Angriffen nahe der nordirakischen Großstadt Mossul mindestens 25 Dschihadisten getötet. Erstmals kamen im Irak auch Kampfflugzeuge aus den Niederlanden, Belgien und Australien zum Einsatz. Neben den USA waren bisher vor allem Frankreich und Großbritannien im Irak aktiv.