Aus Solidarität mit der von der IS-Miliz belagerten syrisch-kurdischen Stadt Kobani haben Hunderte kurdische Protestler das niederländische Parlament besetzt. Die Demonstration verlaufe friedlich, teilte die Polizei von Den Haag per Twitter mit. 

Demnach führen Beamte Gespräche mit den Protestführern. Die Polizei wies die Bevölkerung an, den Platz vor dem Parlament zu meiden. Auf Bildern der Rundfunkanstalt NOS war zu sehen, wie Demonstranten im Gebäude  ein verstärktes Vorgehen gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" forderten. Einige von ihnen hielten ein Transparent mit der Aufschrift "Brecht das Schweigen. Unterstützt Kobani" in die Höhe.

Auch in Deutschland gingen Kurden auf die Straße, um mehr Unterstützung im Kampf gegen den IS einzufordern. Demonstranten versammelten sich vor dem Kölner Hauptbahnhof. In Berlin kamen etwa 600 Kurden zu einem Protestzug zusammen, teilte die Berliner Polizei mit. Für diesen Vormittag sei eine weitere Demonstration am Brandenburger Tor angemeldet.

In Bonn drangen kurdische Demonstranten am Montagabend in das Gebäude des deutschen Auslandssenders Deutsche Welle ein. Die etwa 60 Aktivisten übergaben den Verantwortlichen eine Resolution, berichtete der Sender in einem Online-Beitrag weiter. Darin forderten sie Solidarität mit den Kurden in der umkämpften syrisch-türkischen Grenzstadt Kobani. Die Polizei sprach von 100 Demonstranten am Gebäude, von denen 40 friedlich rund zwei Stunden mit Transparenten im Foyer des Senders saßen.

Die strategisch wichtige Stadt Kobani an der Grenze zur Türkei wird derzeit von IS-Kämpfern angegriffen. Inzwischen sind laut Aktivisten Einheiten der Terrormiliz in den Ort eingerückt. In der Stadt wird heftig gekämpft.