Der Brite David Bolam ist nach rund fünf Monaten Geiselhaft in Libyen sicher in seine Heimat zurückgekehrt. Wie britische Medien unter Berufung auf das Außenministerium in London berichteten, sei der Mann bereits "sicher und wohlauf" bei seiner Familie. Der Lehrer an der Internationalen Schule in Bengasi war im Mai gekidnappt worden, von wem, war zunächst unklar.

Seine Kollegen in Bengasi hatten berichtet, Bolam sei in die Hände "einer der örtlichen Milizen" gefallen. Seine Entführung war jedoch auf Wunsch seiner Familie sowie des britischen Außenministeriums geheim gehalten worden. In einem Video von Ende August appellierte der Gefangene David Bolam an die britische Regierung, für seine Freilassung zu sorgen.  

Die Stadt Bengasi wird zum Großteil von Islamisten kontrolliert. Ein amerikanischer Lehrer von derselben Schule war im Dezember erschossen worden. Aber trotz der eskalierenden Gewalt hatte Bolam seine Lehrertätigkeit fortsetzen wollen.

Vermutlich ist für Bolams Freilassung ein Lösegeld gezahlt worden, berichtet die BBC. Die BBC-Korrespondentin Caroline Hawley sagte, es habe entsprechende Forderungen an die Schule gegeben und es sei Geld geflossen. Unklar sei jedoch die Menge und wer es bezahlt habe. Das Außenministerium sei nicht in die Verhandlungen eingeschaltet gewesen.  

Über die Hintergründe der Geiselnahme sowie der Freilassung gab es zunächst keine offiziellen Angaben. BBC berichtete, als Motiv werde Geld vermutet und nicht islamistische Propaganda, wie sie der IS betreibe. Der BBC-Korrespondent Gordon Corera sagte, es habe Befürchtungen gegeben, dem Lehrer könne das gleiche Schicksal widerfahren wie den Geiseln in Syrien und Irak. Die dort kämpfende Dschihadistengruppe "Islamischer Staat" (IS) hatte am Freitag ein Video veröffentlicht, in dem zu sehen ist, wie der Brite Alan Henning getötet wird.