Russland und die USA wollen die Möglichkeiten einer politischen Lösung für Ukraine-Krise prüfen. Die Außenminister Sergej Lawrow und John Kerry planen ein Gespräch in der französischen Hauptstadt Paris.

Vor dem Treffen hatte Lawrow den USA vorgeworfen, zu wenig für ein Ende des Konflikts zu unternehmen. Er kritisierte in einer Rede in Moskau, der Westen sei nicht bereit, mit Russland auf Augenhöhe zu sprechen. Ungeachtet der "unfreundlichen Schritte" von EU und USA verschließe sich Moskau der Zusammenarbeit nicht, sagte der Minister.

Ein russischer Teilabzug aus dem Grenzgebiet zur Ukraine nährt die Hoffnung auf eine Entspannung in der europäischen Krise. Die ukrainische Führung bestätigte, dass Russland wie angekündigt Soldaten aus der Region abzieht. Die Nato prüft diese Angaben.

Die prorussischen Separatisten signalisierten Kompromissbereitschaft. Die Aufständischen würden einem möglichen deutsch-französischen Beobachtereinsatz in der Ostukraine grundsätzlich zustimmen, sagte einer ihrer Anführer, Andrej Purgin, in Donezk. Die militanten Gruppen erlaubten ukrainischen Helfern den Zugang zum Trümmerfeld des malaysischen Flugzeugs MH17, das im Juli in der Ostukraine vermutlich durch Raketenbeschuss abgestürzt war. Dabei waren 298 Menschen gestorben.

Importstopp für Käse aus der Ukraine

Ungeachtet dieser Entspannungssignale verhängte Russland einen Importstopp für ukrainischen Käse. Die Produkte wiesen "zahlreiche Verstöße" auf, teilte die Agraraufsicht in Moskau der Agentur Interfax zufolge mit. Für die Ukraine ist Russland ein wichtiger Exportpartner, 2013 gingen 24 Prozent aller Ausfuhren in das Nachbarland. Bereits in der Vergangenheit hatte Russland immer wieder die Einfuhr von Produkten aus der Ukraine verboten, etwa von Fischkonserven, Alkohol und Schokolade. Die Ukraine wirft Russland für solche Importstopps politische Motive vor, um dem wirtschaftlich geschwächten Land zu schaden.

Wegen des Ukraine-Konflikts wurde auch der für Ende Oktober im russischen Sotschi geplante Petersburger Dialog zwischen Deutschland und Russland abgesagt. Das Treffen werde auf einen späteren Termin verschoben, teilte der Vorsitzende Lothar de Maizière nach einer entsprechenden Einigung der Vorstände der Lenkungsausschüsse beider Seiten mit. Man wolle sich nicht in die politischen Auseinandersetzungen hineinziehen und instrumentalisieren lassen.

Mehrere deutsche Nichtregierungsorganisationen hatten sich zuletzt gegen eine Teilnahme am Petersburger Dialog entschieden, der seit Jahren als Forum der Zivilgesellschaften beider Länder dient. Darunter sind die Heinrich-Böll-Stiftung und die Organisationen Deutsch-Russischer Austausch und Europäischer Austausch. Die Gruppen hatten ihre Haltung in einem Brief an die Bundesregierung mit Russlands Agieren im Ukraine-Konflikt und Repressalien gegen russische Organisationen begründet.