Die prorussischen Separatisten in der Ostukraine haben vor ihren umstrittenen Wahlen mit der Einnahme der Hafenstadt Mariupol gedroht. Wenn die Ukraine die strategisch wichtige Stadt nicht auf friedlichem Wege abtrete, "dann setzen wir Gewalt ein", sagte Separatistenführer Alexander Sachartschenko russischen Agenturen zufolge. Die strategisch wichtige Hafenstadt ist die letzte von Kiew kontrollierte größere Stadt in der Region.

Auch in anderen Teilen der Ostukraine gibt es wieder heftige Kämpfe zwischen Separatisten und der Armee. Der Sicherheitsrat in Kiew berichtete von einer zunehmenden Aktivität der bewaffneten Separatisten. Sicherheitsratssprecher Andrej Lyssenko zufolge wurden in der Ostukraine innerhalb von 24 Stunden mindestens sieben Soldaten getötet und elf verletzt. Es war der höchste Verlust für die ukrainische Armee an einem Tag seit mehr als zwei Wochen. Auch ein Zivilist wurde getötet, teilte der Stadtrat von Donezk mit.

Kämpfe werden auch gemeldet für das Gebiet rund um den internationalen Flughafen in Donezk. Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichteten von aus zwei Richtungen abgefeuerten Geschossen. Im Laufe des Nachmittags habe es teilweise mehrere Detonationen pro Minute gegeben. Militärsprecher Wladislaw Selesnjow sagte, die Armeestellungen am Flughafen seien am Vormittag von Raketenwerfern beschossen worden und am Nachmittag mit Mörsergranaten.

Russland will Wahlen in Ostukraine anerkennen

Die Aufständischen in den Regionen Donezk und Luhansk wollen an diesem Sonntag neue Anführer und Volksvertretungen wählen – gegen den Widerstand der Regierung in Kiew, den USA und der EU. Darüber hinaus planen die Separatisten Kommunalwahlen nach dem 7. Dezember. Russland hat Anfang der Woche mitgeteilt, die Regierung in Moskau werde die Ergebnisse der Abstimmung in den ostukrainischen Gebieten akzeptieren.