Homosexuelle können in den USA künftig in elf weiteren Staaten heiraten. Der Oberste Gerichtshof des Landes wies Einsprüche von fünf US-Staaten ab, die homosexuelle Eheschließungen verbieten wollten. Sechs weitere müssen dem Urteil ebenfalls folgen. Damit wird die Homo-Ehe in 30 der 50 US-Staaten sowie im Hauptstadtbezirk Washington legal sein. Eine Entscheidung über die Rechtmäßigkeit der Homo-Ehe auf Bundesebene fällten die obersten Richter des Landes damit aber nicht.

Das Urteil vom Montag erlaubt es schwulen und lesbischen Paaren in Indiana, Oklahoma, Utah, Virginia und Wisconsin, sofort zu heiraten. In Colorado, Kansas, North Carolina, South Carolina, West Virginia und Wyoming wird die gleichgeschlechtliche Ehe ebenfalls bald möglich sein. Diese Staaten sind an die gleichen Urteile von Berufungsgerichten gebunden, die die Homo-Ehe erlaubt hatten, deren Urteile aber während der Prüfung durch den Supreme Court vorläufig ausgesetzt worden waren.

Niedrigere Instanzen hatten ein Homo-Ehe-Verbot nach dem anderen gekippt, nachdem der Oberste Gerichtshof im Juni 2013 in einem richtungsweisenden Urteil die gesetzliche Definition der Ehe als Verbindung zwischen Mann und Frau aufgehoben hatte.

Experten und Verfechter beider Seiten erwarten in den kommenden Monaten eine endgültige Entscheidung des Supreme Court über die Homo-Ehe in den gesamten USA. Ein Thema von solch großer nationaler Bedeutung sollte nicht niedrigeren Instanzen überlassen werden, heißt es von Gegnern und Befürwortern.

Vor zwei weiteren Berufungsgerichten sind derzeit noch Entscheidungen zur Homo-Ehe anhängig. Ein Gericht in Cincinnati soll über gleichgeschlechtliche Ehen in Kentucky, Michigan, Ohio und Tennessee entscheiden. Beobachter gehen davon aus, dass das Urteil eher zugunsten eines Verbots in diesen Staaten hinauslaufen dürfte. In San Francisco, wo Verbote in Idaho und Nevada zur Debatte stehen, wurde eher mit einem Ja zur Homo-Ehe gerechnet