Der frühere US-Präsident George W. Bush hat seinen Bruder Jeb dazu gedrängt, sich als republikanischer Spitzenkandidat für die Präsidentschaftswahl 2016 zu bewerben. Das Staatsoberhaupt der Jahre 2001 bis 2009 sagte bei der Vorstellung eines Buches über ihren gemeinsamen Vater im texanischen College Station, dass auch George, US-Präsident von 1989 bis 1993, für eine Kandidatur von Jeb sei.

"Ich kann Ihnen sagen, dass ich für den 41. spreche", sagte George W. Bush in Anlehnung an die Tatsache, dass sein Vater der 41. Präsident des Landes war. "Er sollte für die Präsidentschaft kandidieren. Er würde ein großartiger Präsident sein." Er machte klar, dass sich sein Bruder jedoch nicht von der Familie gedrängt fühlen sollte. "Wir können Druck auf ihn ausüben, wie wir wollen, aber das wird keine Rolle spielen."

Jeb Bush hatte angekündigt, bis zum Ende des Jahres zu warten, bis er mit seiner Familie über eine Präsidentschaftskandidatur beraten werde. Sollte der frühere Gouverneur von Florida kandidieren, könnte es möglicherweise zu einem weiteren Showdown zwischen den beiden mächtigsten politischen Familien der USA kommen: Es wird vermutet, dass die frühere First Lady Hillary Clinton für die Demokraten ins Rennen um die Nachfolge von US-Präsident Barack Obama geschickt wird. George Bush hatte die Präsidentschaftswahl 1992 gegen Hillarys Mann Bill verloren.

Bush, Clinton, Bush, Obama, Bush?

George W. Bush sagte, sein Bruder sei kein Freund von politischen Klassen. Die Idee von "Bush, Clinton, Bush, Obama, Bush" sei ihm nicht so wichtig, was für seine große Integrität spreche. Er habe dann zu Jeb gesagt: "Wie klingt dann das: Bush, Clinton, Bush, Obama, Clinton." Der ältere Bush sagte nichts bei der Veranstaltung in College Station, bei der er in einem Rollstuhl saß, lächelte und den Zuschauern zuwinkte.

Jeb Bush war früher Gouverneur von Florida. Er gilt als weniger konservativ und pragmatischer als sein Bruder. Jebs Sohn George P. Bush hatte vor zwei Wochen erklärt, eine Kandidatur seines Vaters sei wahrscheinlicher als eine Nicht-Kandidatur.

In der Biografie über seinen Vater enthüllt George W., dass dieser ernsthaft erwogen habe, nach seiner ersten Amtszeit nicht noch einmal anzutreten. Hintergrund sei ein Finanzskandal um seinen anderen Sohn Neil gewesen. Zudem habe sein Vater wegen einer Herzrhythmusstörung und Erschöpfung gezögert, schreibt Bush junior.