Vor dem Gipfeltreffen der asiatisch-pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft Apec ist Chinas Präsident Xi Jinping mit dem japanischen Regierungschef Shinzo Abe zusammengetroffen. Die Begegnung fand in der Großen Halle des Volkes statt, Xi und Abe schüttelten sich vor laufenden Kameras die Hände. Damit wächst die Hoffnung, dass sich das Verhältnis der Regierungen in Peking und Tokio dauerhaft verbessert.

Abe sagte nach dem Gespräch, die beiden Länder hätten einen ersten Schritt auf dem Weg zu einer Verbesserung ihrer Beziehungen gemacht. "Ich glaube, dass nicht nur unsere asiatischen Nachbarn, sondern auch viele andere Länder lange gehofft haben, dass Japan und China Gespräche haben", sagte der japanische Regierungschef. 

Chinas staatliche Nachrichtenagentur Xinhua meldete, Xi habe Japan aufgefordert, "mehr Dinge zu tun, die dabei helfen, das gegenseitige Vertrauen zwischen Japan und seinen Nachbarländern zu verbessern". Stabile Beziehungen lägen im beiderseitigen Interesse. Ein verbessertes Verhältnis sei auch der Wunsch der internationalen Gemeinschaf, so Xi. Japan solle zudem eine konstruktive Rolle bei der Sicherung von Frieden und Stabilität in der Region spielen.

Seit September 2012 hatte es zwischen den beiden Ländern keine Treffen auf hochrangiger Ebene mehr gegeben. Dies liegt am Streit um unbewohnte Inseln im Ostchinesischen Meer, die beide Länder für sich beanspruchen. Der Hintergrund: Die Gewässer vor den Inseln sind fischreich, und es befinden sich dort große Gasvorkommen. China hält Japan vor, die Inseln 1895 gestohlen zu haben und nach dem Zweiten Weltkrieg nicht an China zurückgegeben zu haben. China nennt sie Diaoyu, Japan Senkaku.

Unmut in Peking löste zudem Abes Besuch des Kriegsschreins Yasukuni in Tokio aus, in dem der während des Zweiten Weltkriegs getöteten Soldaten Japans gedacht wird, darunter hingerichtete Kriegsverbrecher. Dies wertete China als taktlos in Anbetracht der chinesischen Leidensgeschichte während der japanischen Besatzung.  

Obama wirbt für pazifisches Freihandelsabkommen

Doch am vergangenen Freitag versprachen Peking und Tokio in einer gemeinsamen Erklärung, wieder auf Annäherungskurs zu gehen: Der politische und diplomatische Dialog solle schrittweise wieder aufgenommen werden. Dies gelte auch bei Sicherheitsthemen. Schon am Samstag hatten sich die Außenminister Chinas und Japans getroffen, was als Zeichen für ein bevorstehendes Gespräch zwischen Xi und Abe gewertet wurde.

US-Präsident Barack Obama warb während seiner Reise durch die Asien-Pazifik-Region für ein von ihm forciertes Freihandelsabkommen mit mehreren Pazifik-Anrainerstaaten. Die Staats- und Regierungschefs hätten zuletzt gute Fortschritte bei der Beseitigung von Hindernissen gemacht, die der Transpazifischen Partnerschaft im Weg gestanden hätten. Das Abkommen habe das Potenzial, eine "historische Einigung" zu werden, sagte Obama.