Zum ersten Mal hat sich Russland geweigert, die Verlängerung eines Hilfseinsatzes der Europäischen Union in Bosnien zu unterstützten. Russland enthielt sich am Dienstag bei der Abstimmung über die Militärmission im UN-Sicherheitsrat in New York. Alle anderen  Ratsmitglieder stimmten für eine einjährige Ausweitung.

Russland begründete den Schritt damit, dass Bosnien nicht bedrängt werden solle, sich der EU anzuschließen. Russlands UN-Botschafter Witali Tschurkin sagte, die internationale Präsenz könne als ein Instrument betrachtet werden, um die Integration des Landes in die EU und die Nato zu beschleunigen. Dieses Vorgehen sei inakzeptabel. 

Es gebe genug schlechte Beispiele, in denen mit Druck einem Land eine europäische Zukunft auferlegt werden solle, sagte Tschurkin weiter. Er bezog sich damit unmissverständlich auf die Ukraine. Dort liegen derzeit proeuropäische und prorussische Kräfte miteinander in einem tiefen Konflikt, was auch zu einer Krise zwischen dem Westen und Russland geführt hat.

Erstmals nicht einstimmig

Die UN-Vertreter der USA, Frankreichs und Großbritanniens bedauerten die Haltung Russlands. Es war das erste Mal, dass die Verlängerung des Einsatzes nicht einstimmig beschlossen wurde.

Der Einsatz der EU-Blauhelmmission Eufor soll die Spannungen in Bosnien beruhigen, die es seit dem Bosnienkrieg der Jahre 1992 bis 1995 zwischen den ethnischen Gruppen der Bosniaken, Kroaten und Serben gibt. Der Einsatz in Bosnien wurde im Jahr 2004 gestartet, als die EU den Stabilisierungseinsatz in dem Land von einer Nato-geführten Mission übernahm.  

Die Ukraine-Krise war auch das Thema eines Telefonats zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem ukrainischen Präsidenten Petro Poreschenko. Poreschenko habe sich bei Merkel beschwert, dass Russland die Separatisten weiterhin mit Waffen und Truppen unterstütze, heißt es aus dem ukrainischen Presseamt. Merkel hatte sich zuletzt gegen eine Verschärfung der Sanktionen gegen Russland ausgesprochen.