Die kurdischen Einheiten in Kobani melden Erfolge im Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat". Kurdische Kämpfer seien im Südosten der Stadt gegen IS vorgerückt, sagte Idris Nassan, ein Sprecher für auswärtige Angelegenheiten in Kobani.

Kämpfer der kurdischen Volksschutzeinheiten (YPG) hätten eine wichtige Versorgungsroute der Dschihadisten abgeschnitten, hieß es weiter. In heftigen Gefechten versuche die YPG, die von Kämpfern aus dem Nordirak unterstützt wird, den strategisch wichtigen Mischtanur-Hügel im Süden der Stadt zu erobern, die an die Türkei grenzt. Auch die kurdische Nachrichtenseite Welati berichtet von den erneuten Gefechten um die Anhöhe.

Der zwei Kilometer südlich von Kobani gelegene Hügel war Anfang Oktober von der IS-Miliz überrannt worden. Im Anschluss konnten die Dschihadisten weiter vordringen und weite Teile der Stadt unter Kontrolle bringen. Insgesamt besetzen die Islamisten in Syrien und im Irak je rund ein Drittel der Landesfläche.

Kurden setzen Milan-Raketen ein

Auch im Irak sollen Kurden die Dschihadisten zurückgedrängt haben. Mithilfe deutscher Milan-Raketen sei ein Angriff nahe dem nordirakischen Kirkuk abgewehrt worden, sagte der Generalsekretär des Peschmerga-Ministeriums, Dschabar Jawar.

Er korrigierte irakische Medienberichte, wonach es sich dabei um den ersten Einsatz deutscher Waffen gehandelt habe. In den vergangenen Wochen seien bereits mehrfach Milan-Raketen, unter anderem zur Befreiung der Provinz Summar, verwendet worden. Die unabhängige irakische Nachrichtenseite Al-Sumaria News hatte zuvor unter Berufung auf einen Peschmerga-Kämpfer berichtet, deutsche Waffen seien "heute zum ersten Mal genutzt" worden. Vergangene Woche hatten die Deutschen nach Angaben des Verteidigungsministeriums die letzten Waffen an die Peschmerga geliefert.

Unterstützt werden die kurdischen Einheiten seit Anfang August durch eine von den USA angeführte internationale Allianz. Diese fliegt Angriffe gegen die Extremisten im Irak und seit Ende September auch in Syrien. Nach Angaben der oppositionellen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte kamen allein in Syrien seit Beginn der Luftschläge 865 Menschen ums Leben, darunter 50 Zivilisten.

Die gemäßigte syrische Opposition forderte unabhängig von den Luftangriffen eine stärkere militärische Unterstützung vom Westen. Bislang hätten einige Einheiten der Freien Syrischen Armee (FSA) nur leichte und mittelschwere Waffen erhalten.