Bei einem Anschlag auf eine Schule im Nordosten Nigerias sind offenbar mehr als 40 Schüler getötet worden. Dutzende weitere seien verletzt worden, teilten die örtlichen Rettungskräfte mit. Der Mitarbeiter einer Leichenhalle berichtete von 48 toten Schülern. Über die genaue Zahl der Toten gibt es unterschiedliche Angaben.  

Bisher bekannte sich niemand zu dem Anschlag. Der Ort des Anschlags, Potiskum, liegt aber in der Region, in der die radikalislamische Gruppe Boko Haram immer wieder Anschläge auch auf Schulen verübt hat. Erst am 3. November waren mehr als 30 Menschen bei der Explosion eines Sprengsatzes ebenfalls in Potiskum umgekommen.

Die Explosion ereignete sich, als die Schüler zu einer morgendlichen Ansprache des Schulleiters versammelt waren, wie ein Lehrer sagte. Der Sprengsatz sei inmitten der Schülermenge explodiert.

Die islamistische Gruppe Boko Haram will im Norden Nigerias einen Gottesstaat errichten und ist für zahlreiche Anschläge in der Region verantwortlich. Immer wieder verschleppt die Gruppe vor allem junge Mädchen und Frauen. Der Name Boko Haram bedeutet übersetzt: "Westliche Erziehung ist sündhaft".

Vor etwa einem halben Jahr hatte Boko Haram mehr als 200 Schülerinnen aus der Stadt Chibok im nördlichen Bundesstaat Borno entführt. Einige von ihnen soll inzwischen verkauft oder zwangsverheiratet worden sein. Mitte Oktober hatte die Islamistengruppe nach Regierungsangaben in Nigeria einer Waffenruhe zugestimmt