Muslime haben nach Ansicht des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdoğan mehr als drei Jahrhunderte vor Christoph Kolumbus Amerika entdeckt. "314 Jahre vor Kolumbus erreichten muslimische Seefahrer im Jahr 1178 den amerikanischen Kontinent", sagte Erdoğan während eines Treffens mit Muslimen aus Lateinamerika.

"Christoph Kolumbus erwähnt in seinen Erinnerungen die Existenz einer Moschee auf einem Berggipfel an der kubanischen Küste", sagte Erdoğan. Er sprach sich dafür aus, an diesem Ort eine neue Moschee zu errichten.  

Die Geschichtsschreibung rechnet dem Genuesen Kolumbus die Entdeckung Amerikas im Jahr 1492 zu. Erdoğan beruft sich offenbar auf den umstrittenen Forscher Youssef Mroueh von der As-Sunnah-Stiftung Amerikas, berichtet die Washington Post. In einem 1996 veröffentlichten Papier schreibt Mroueh, dass Muslime aus Spanien und West-Afrika Amerika "mindestens fünf Jahrhunderte vor Kolumbus" entdeckt haben sollen.

Mroueh stützt seine These unter anderem auf einen Tagebucheintrag von Kolumbus. In diesem schreibt der Seefahrer, dass er an der Küste Kubas eine Moschee gesehen habe. Bis auf wenige muslimische Gelehrte würde der Eintrag aber so ausgelegt, dass Kolumbus sich auf einen Vorsprung auf einem Gipfel beziehe, der an ein Minarett einer Moschee erinnere, schreibt die Hürriyet Daily News.