Die Republikaner im US-Senat haben die von Präsident Barack Obama versprochene Geheimdienstreform blockiert. Bei der Abstimmung in der Kongresskammer kam nicht die notwendige Mehrheit von 60 der 100 Senatoren zustande, um die Debatte über das Gesetz zu eröffnen. Damit ist eine Reform des Überwachungsapparats der NSA frühestens im kommenden Jahr möglich, wenn der neu gewählte Kongress zusammentritt.

Der sogenannte Freedom Act sollte den nach den Anschlägen vom 11. September 2001 erlassenen Patriot Act reformieren, der den Geheimdiensten im Kampf gegen den Terrorismus weitreichende Möglichkeiten einräumt. So sollte die massenhafte Sammlung von amerikanischen Telefonverbindungsdaten durch die NSA beendet werden. Das Repräsentantenhaus hatte im Mai für ein derartiges Gesetz gestimmt. 

Die Snowden-Dokumente hatten seit Juni 2013 die massiven Überwachungsprogramme der NSA ans Licht gebracht. Der Geheimdienst späht demnach nicht nur in großem Stil die Telefon- und Internetkommunikation von Menschen rund um die Welt aus, sondern nahm über Jahre auch Spitzenpolitiker befreundeter Staaten wie Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ins Visier. An den Spähaktivitäten der NSA im Ausland hätte der Freedom Act allerdings nichts geändert.

Ab Januar 2015 halten die Republikaner die Mehrheit im Senat. Dass der Freedom Act dann erneut auf den Tisch kommt, ist unwahrscheinlich. Im Juni laufen allerdings die Anti-Terror-Gesetze im Rahmen des Patriot Act aus und damit die rechtliche Grundlage für die NSA, in großem Stil Daten zu sammeln.